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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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Landwirtschaft in der Region

Der Schweinezyklus hat als Begriff in der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre einen festen Platz. Er beschreibt letztlich, dass Angebot und Nachfrage zyklisch wiederkehrend steigen und fallen und dass prinzipiell bei fallenden Preisen und Zinsen investiert wird. Die Bauern im Kreis Borken wenden diese Regel nahezu perfekt an: Wenn man die Landwirtschaft im Verbund mit ihren vorgelagerten Maschinen- und Futterlieferanten sowie den nachgelagerten Verarbeitungsstufen betrachtet, erreicht dieser klein- bis mittelständisch geprägte Agrarbereich heute insgesamt einen Anteil von fast 25 Prozent der Wertschöpfung in der Region. Gerade im Krisenjahr 2009 zeigte sich der Agrarsektor als stabile Stütze im Kreis Borken und sicherte durch seine ungebrochenen Investitionen viele Arbeitsplätze, wie nicht zuletzt der Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Johannes Frizen, im Sommer 2009 bei einem Besuch der Borkener Fachschule für Agrarwirtschaft betone. Die Zahl der Bauanträge sei mit aktuell 850 noch nie so hoch gewesen. Frizen: „Dahinter steht ein enormes Investitionsvolumen von etwa 170 Millionen Euro.“ Die mit einer landwirtschaftlichen Baumaßnahme durchschnittlich verbundenen Kosten seien in den letzten fünf Jahren von 170.000 auf 350.000 Euro gestiegen – und das mit „deutlicher Zunahme der Risikobelastung.“ Im Gegensatz zur krisengeschüttelten Industrie verfüge die Landwirtschaft Frizen zufolge über „genügend Eigenkapital und den notwendigen Durchhaltewillen“, um „schlechte und schwierige Zeiten zu überstehen“, wie es in einem Bericht der Borkener Zeitung heißt.

Ein Bild, das auch die örtlichen Banken bestätigen. Die Landwirtschaft ist seit Jahren der größte Branchenkreditnehmer der Genossenschaftsbanken im Kreis, wie Agrarexperte Hubert Pels, Prokurist der VR-Bank Westmünsterland eG bestätigt. "Nach wie vor sind es die Familienbetriebe und nicht anonyme Fremdinvestoren, wie in anderen Regionen, die bei uns Investitionen im Agrarbereich finanzieren", so Kundenberater Pels. Mit einer nach wie vor im Vergleich der NRW-Kreise unterdurchschnittlichen Betriebsgröße von knapp 36 ha je Betrieb (2000 Betriebe sind kleiner als 20 ha), mit einem Mix aus Milchvieh-, Schweine-, Geflügel- und Bullenhaltung sowie vielen Selbstvermarktern und Gemüsebetrieben haben die Bauern im Kreis Borken eine Struktur aufgebaut, die nicht zuletzt durch ihre Vielfältigkeit Krisenzeiten standhält. Das auf die Wirtschaftsstruktur im Kreis Borken gemünzte Bild vom Tausendfüßler gilt also fast wörtlich auch für die hiesige Landwirtschaft.

Das westliche Münsterland war schon immer kleinteilig als Parklandschaft gegliedert. Dieser Struktur angepasst zeigen sich die Bauernhöfe im Kreis bis heute, auch wenn die Betriebe wachsen und sich spezialisieren. Die Entwicklung zu größeren Betriebseinheiten vor dem Hintergrund zunehmenden Wettbewerbs verläuft im Kreis nach wie vor vergleichsweise langsam mit einer im NRW-Vergleich stark unterdurchschnittlichen jährlichen Betriebsabnahmerate von knapp 1.7 Prozent. Die Gründe sind wiederum in der Vielfältigkeit zu suchen: Viele Betriebe haben neben der klassischen Viehhaltung weitere Unternehmenszweige aufgebaut, wie Gemüse- und Kartoffelanbau, Photovoltaik und Biogas, Direktvermarktung und Bauernhofcafe. Dieses Nebeneinander von kleinen und größeren Betrieben aller Produktionszweige und die dadurch gegebene Vielschichtigkeit prägen das Bild der Landwirtschaft im Kreis und bieten zunehmend interessante und krisenfeste Arbeitsplätze.

Die Landwirtschaft im Kreis Borken in Zahlen

Stand: April 2010

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