Wir wirtschaften intensiv und nachhaltig zugleich

21. Juli 2017

Sommerbrief des Kreisverbandsvorsitzenden

Liebe Mitglieder !

Es ist Sommer. Viele von uns sind in der Getreideernte oder schon in der Folgebestellung. Glücklicherweise waren die Ernten bislang nicht so schwach, wie erwartet und der Mais steht gut. Anders als im letzten Jahr haben wir noch immer zu wenig Regen bekommen. Die Preise für unsere Erzeugnisse entwickeln sich erfreulicherweise überwiegend ordentlich, sodass die Abschlüsse in diesem Jahr endlich wieder besser sind als in den Vorjahren. Das war auch bitter nötig.

Mit großer Sorge verfolgen wir die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in der Wild- und Hausschweinepopulation Osteuropas. Angesichts der Handelsrestriktionen, die uns auf eine Ausbreitung nach hier drohen, rufe ich alle zu äußerster Vorsicht und größtmöglicher Hygiene auf. Besonders im Reiseverkehr aus den betroffenen Gebieten ist das Mitbringen von Lebensmitteln zu unterlassen. Weisen Sie osteuropäische Mitarbeiter hierauf hin.

Die Kampagne gegen unsere Art der Viehhaltung erreicht immer wieder neue Höhen, auch wenn wir uns hier und da erfolgreich in der Sache wie auch in der Verfolgung unrechtmäßiger Übergriffe behaupten können. Hoffentlich nehmen das nicht zu viele Mitglieder zum Anlass, sich abzuschotten. Wir brauchen Offenheit und Transparenz für unser Tun, denn unser Wirtschaften ist immer öffentlich. Auf dem Feld und dem Acker ist das so, aber auch bei jeder Mahlzeit liegt etwas von dem, was wir im Stall erzeugen, auf den Tellern. Wir können und wollen uns nicht wegducken. Offene Stallfenster, Hoftage wie auch Nachhaltigkeitsoffensive zeigen, wie stark und selbstbewusst wir sind. Neben all unseren guten Erzeugnissen „Made in Germany“ haben wir aber auch gesagt, dass wir dort, wo wir zu Schädigungen beitragen, besser werden müssen. Daran arbeiten wir auf den Höfen, jeder von uns auf seine Weise, vereint in dem Ziel, den wachsenden Anforderungen der Nachhaltigkeit zu entsprechen und Akzeptanz zurückzuerlangen.
Ich bin davon überzeugt, dass wir über kurz oder lang auch hier Früchte davontragen werden: Erkennbar setzt der LEH mehr und mehr auf Nachhaltigkeit im Bereich der Lebensmittel. Begreifen wir das als Qualitätsoffensive und sehen zu, dass wir von diesem Kuchen etwas abbekommen. Gemessen an den Produktionskosten werden wir künftig auch andere Vorzugsgründe vorweisen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aufhalten, fürchte ich, werden wir diese Strömungen nicht. Wir müssen für unseren Standort zeigen, dass wir intensiv und nachhaltig zugleich wirtschaften. Die neue DüngeVO bewirkt viel Neues, mit dem wir uns befassen müssen und ist hierfür ein wichtiger Schritt. Die Internetseite der LWK hierzu ist empfehlenswert.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien, dass Sie neben der vielen Arbeit doch auch ein Stück dieses Sommers genießen und sich hierfür Zeit nehmen können. Zeit für sich und für die Familie zu haben ist nicht nur Luxus. Es ist ein Grundbedürfnis, dass wir uns miteinander auch Zeit zum Luftholen und zum Leben lassen.
Danach wenden wir uns wieder unseren Betrieben zu, mit neuer Kraft und Zuversicht.

Ihr

Ludger Schulze Beiering

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