Große Unterschiede bei Erträgen und Qualitäten

10. Oktober 2017

Ernteergebnisse der gängigsten Ackerkulturen im Kreis Borken

Gerstenernte in Vreden. Foto: Hendrik Hubbeling, WLV

Die Pflanzenbauberatung der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW hat anlässlich des heutigen Erntebilanz-Pressegesprächs des WLV-Kreisverbandes auf dem Hof Grave eine Übersicht erstellt zu den Ergebnissen der gängigsten Ackerkulturen im Kreis Borken.

  • Gerste: Auf leichten Standorten bis zu 50 % Ertragseinbußen mit geringen Hektoliter-gewichten.  Auf mittleren bis besseren Standorten durchschnittliche bis gute Erträge und gute Qualitäten.
  • Triticale und Roggen: Gesunde und gut entwickelte Bestände im Frühjahr führten leider aufgrund der Trockenheit zu überwiegend enttäuschenden Ergebnisse mit 10 -30 % Ertrragseinbußen und schlechter Einkörnung.
  • Weizen: Gut überwinterte, gesunde Bestände blieben ertraglich deutlich hinter den Erwartungen zurück. Geringe Hektolitergewichte und geringe Rohproteingehalte. Fusariuminfektionen gering.
  • Getreidestroh: Zunächst gute Qualitäten, dann ab Mitte Juli durchwachsene Berge-Bedingungen und dadurch Qualitätseinbußen.
  • Raps: Im Herbst 2016 stellenweise verzettelt aufgelaufene Bestände. Der kalte April mit zahlreichen Nachtfrösten führte zu einer schlechten Befruchtungssituation durch Bienen und andere Insekten. Trotzdem doch noch durchschnittliche Erträge mit kleinen Körner. Im Kreis spielt Raps mit etwa 350 ha Hektar Anbaufläche allerdings nur eine untergeordnete Rolle.
  • Gras: Erster Schnitt war noch relativ ertragsstark. Nachfolgend ausbleibende Niederschläge führten zu magerem  2. und 3. Schnitt. Erst mit einsetzenden Niederschlägen Anfang Juli besserten sich die Erträge. Insgesamt etwa 20-30 % geringere Erträge.
  • Mais: Der Mais konnte als Pflanze mit subtropischer Herkunft die Trockenheit gut überbrücken. Mais als Zweitfrucht nach Gras hatte jedoch im Juni schwer zu kämpfen und benötige zur Etablierung auch stellenweise Regnerkapazitäten. Insgesamt aber überdurchschnittlich gute Silomais und CCM-Erträge mit hohen Kolbengewichten. Diese führten bei großrahmigen Sorten während des Sturmtiefs „Sebastian“ zu entsprechendem Lager. Die Ertrags- und Qualitätsverluste hielten sich jedoch bei zügiger Ernte und gut abgereiften Beständen im Rahmen.
  • Kartoffeln: Den anfänglichen und durch die Trockenheit im Mai/Juni verstärkten Sorgen zum Trotz, haben sich zum Großteil gut stehende Bestände mit durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Erträgen entwickelt. Durch die Möglichkeit der Beregnung konnte in diesem Jahr schlimmeres verhindert werden. Die Anbaufläche blieb in diesem Jahr mit 1960 ha auf dem Vorjahresniveau.
  • Zuckerrübe: Sehr gute Erträge, ähnlich dem Jahr 2014, mit hohen Zuckergehalten. Einige Schläge litten im Frühjahr zeitweise unter der Trockenheit, konnten aber in den letzten Wochen aufholen, sofern die Blattgesundheit gut im Griff war. Der Anbauumfang 2017 beträgt 1450 ha.

Fazit der Landwirtschaftskammer zur Ernte 2017

Insgesamt ist festzustellen: Extreme Trockenheit zwischen April und Anfang Juli haben 2017 zu großen Ertrags- und Qualitätsunterschieden über alle Regionen, Bodenarten und Kulturen hinweg geführt.

  • Die Erntebilanz-Pressemitteilung des WLV-Kreisverbandes finden Sie hier.

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