KV Aktuell - Jahresgedanken

22. Dezember 2017

Liebe Mitglieder,

Weihnachten nähert sich und fast genauso schnell das „Neue Jahr“.

Die Natur stellt uns dieses Jahr vor Herausforderungen. Gefühlt haben wir seit der Gerstenernte Standwetter - leider Schlechtwetter.
Mais- und Rübenernte gestalten sich schwierig, gute Erträge bei katastrophalen Bedingungen.

Leider ist auch bei den Preisen kein Hoch in Sicht. Die Märkte sind weltweit überversorgt. Die Länder der ehemaligen Sowjetunion ernten nicht nur mehr, sie haben auch das Transport- und Logistikproblem gelöst und treten jetzt als starke Kraft auf dem Weltmarkt auf.

Wir müssen also wettbewerbsfähiger werden!

Das wird diesmal nicht über Masse funktionieren, sondern wir müssen uns vom Markt durch bessere Qualitäten und andere Standards absetzen.

Vielleicht helfen uns jetzt die vielen Zertifizierungen, aber auch neue Label wie z.B. Tierwohl.

Wenn ich sehe, wie empfindlich in Frankreich auf die Glyphosat-Frage reagiert wird, le grande Nation, das seine Bauern immer geschützt hat, dann glaube ich, dass sich in Europa ein neuer, sehr fragiler Markt entwickelt, der eben sehr wohl auch  von der ethischen Lebensmittelqualität geprägt wird.

Ich habe immer geglaubt, es würde reichen, gute Qualitäten zu erzeugen, aber dem gesättigten Markt scheint das nicht zu reichen.

Wir sollten dieses aufmerksam betrachten und wenn sich darin einzelbetrieblich eine Chance bietet, sie nutzen.

Der WLV hat sich immer dafür stark gemacht, dass Landwirtschaft in der Gesellschaft bestehen kann. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhalten, starteten wir die „Offensive Nachhaltigkeit“ mit all den Handlungsfeldern und kritischen Themen, die die Gesellschaft beschäftigen. Hier nehmen wir Stellung zu Ackerbau und Tierhaltung, zu unserer Umwelt und unseren Mitmenschen. Ohne deren Akzeptanz werden unsere Mitbürger zu Recht fragen, warum wir einen Ausgleich zum Weltmarkt benötigen, wenn unser Schaffen austauschbar ist. Ich habe immer wieder betont, dass es für die Wirtschaftenden auch zu schaffen sein muss.

Ich gebe zu, dass die Diskussion schwierig ist. Aber wir, die Landwirte, sind die Spezialisten. Wir werden bestehen, indem wir ständig an uns und unserer Produktion arbeiten. Da sind wir aber nicht allein, das geht z.B. Industrieunternehmen genauso. Nur durch Spezialisierung, Qualität und fortwährender Entwicklung sind Erfolge wie z.B. Phönix und Weidmüller zu erklären. Einen Standortvorteil, wie die Landwirtschaft in dieser Gunstregion, haben sie bestimmt nicht.

Liebe Leser,

ich wünsche Ihnen allen eine schöne Weihnachtszeit und einen erfolgreichen Start in das neue Jahr.

Ein Problem zu erkennen und anzunehmen ist der Anfang der Lösung.
Glück und Gesundheit wünscht
Ihr
Dieter Hagedorn

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