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15 November 2007 | Kreisverband Münster
„Explodierende Getreide- und Futtermittelpreise, stagnierende Schweine- und Ferkelpreise - Wo geht die Reise hin?“
Kreisverbandstag der Landwirte am 26. November-
Stadt Münster/wlv/(Ho): „Die Schweinhalter in Münster und in ganz Deutschland stehen mit dem Rücken zur Wand. Ihre Existenz steht auf dem Spiel“. Heinz-Georg Buddenbäumer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, kennt die Probleme seiner Berufskollegen ganz genau, obwohl die aktuelle Marktsituation in dieser geballten Form für ihn eine absolute Premiere ist. Die historisch niedrigen Erzeugerpreise für Ferkel und Schlachtschweine mit extrem gestiegenen Futterkosten, die um 70 Prozent über dem Vorjahresniveau lägen, habe es in dieser Form auf dem Agrarsektor noch nicht gegeben. Selbst für Top-Betriebe seien vor diesem Hintergrund tiefrote Bilanzzahlen unvermeidlich. Die extrem kritische Lage der Schweinhalter ist entsprechend das Top-Thema beim Kreisverbandstag des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster am Montag (26. November) um 19 Uhr auf Gut Havichhorst , Havichhorster Mühle 100.
Zunächst werden Heinz Georg Buddenbäumer als Kreisverbandsvorsitzender und Elke Dickmann vom Landwirtschaftlichen Kreisverband Münster gemeinsam den Geschäftsbericht und einen Jahresrückblick vorstellen. Anschließend referiert Heribert Breker von der Landwirtschaftskammer NRW zum Thema „Explodierende Getreide- und Futtermittelpreise, stagnierende Schweine- und Ferkelpreise – Wo geht die Reise hin?“
Die derzeitige katastrophale Lage hat es in solchem Ausmaß noch nicht gegeben, betont Heinz-Georg Buddenbäumer. Die Nachfrage bei Nahrungs- und Futtermitteln steige, das Vorratsniveau weltweit sinke auf ein kritisches Maß und gleichzeitig verschärften sinkende Ernteerträge sowie zusätzliche Bedarf im Bereich Bioenergie die Situation. Die Konsequenz: Die Getreidepreise steigen zwar, aber für die Schweine die gerade in Münster und im Münsterland mit dem teuren Getreide gemästet würden, dreht sich die Preisspirale in die entgegengesetzte Richtung. Buddenbäumer: „Bei jedem Schwein verliert der Bauer gegenwärtig zirka 10 Euro - bei jedem Ferkel sogar 35 Euro!“ Von Seiten des Berufsstandes sieht man die Schlachthöfe und den Lebensmittelhandel in der Pflicht. Sie müssten den Bauern faire Erzeugerpreise zahlen und ihn an ihrer gestiegenen Handelsspanne teilhaben lassen, so die Forderung. Der Verbraucher spüre zwar, dass Lebensmittel teurer würden. Aber gerade bei den Schweinehalter komme nichts davon an. Dabei leisteten sie erhebliches für die Versorgung mit hochwertigen und guten Lebensmitteln. Allein in Nordrhein-Westfalen werden 25 Prozent der deutschen Schweine gehalten. Das unterstreicht die besondere Rolle als Veredlungsregion, die besonders von den tiefroten Erlösen betroffen ist. „Daher möchten wir schon wissen, wohin die Reise geht und ob wir auf Grund der prekären Situation auf den Agrarmärkten künftig noch eine Chance als Landwirt haben!“
Zu dieser Veranstaltung des Landw. Kreisverbandes sind alle Interessierten eingeladen.
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Laura Jacobs
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