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17 September 2009 | Kreisverband Borken
Erntebilanz: Erfreuliche Erträge – Deprimierendende Preise
Röring: „Bauern brauchen Konjunktur- und Entlastungsprogramm“
Die Landwirte im Kreis Borken blicken zurück auf eine Getreideernte mit guten Erträgen und ansprechenden Qualitäten, die sie allerdings nur zu historischen Tiefpreisen vermarkten können. Dieses Fazit zieht der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken, Johannes Röring MdB, anlässlich der Erntedank-Pressekonferenz des Verbandes auf dem Hof Schulze Beiering in Weseke.
Die Ergebnisse der Getreideernte 2009 waren begünstigt durch weitgehend günstige Witterungsbedingungen im gesamten Jahresverlauf. Lediglich die Trockenperiode im April und Mai des Jahres sorgte für Ertragseinbußen. Trotz des unbeständigen und wechselhaften Wetters im Sommer konnten Getreide und Raps weitgehend ohne Trocknungskosten eingelagert werden. Auch Kreislandwirt Heinrich Emming als Vertreter der Landwirtschaftskammer zieht ein positives Fazit: „Speziell der Regen im Juni, der lokal sehr unterschiedlich war, kam genau richtig. Nicht zuletzt der sorgte für im Durchschnitt gute Qualitäten und eine Ernte, die knapp über dem guten Vorjahr und deutlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag.“
Die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer Borken schätzt den durchschnittlichen Ertrag bei Triticale und Weizen auf 90 bis 105 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha), bei Gerste auf circa 80 dt/ha und beim Roggen auf circa 85 dt/ha. Damit liegt der Kreis Borken oberhalb der Durchschnittserträge in ganz Westfalen-Lippe. Die Maisernte ist bei den Rinderhaltern mit der Silage voll im Gange, die Corn-Cob-Mix-Ernte steht noch an und folgt etwa drei Wochen später.
Die wichtigsten Getreidearten im Kreis Borken sind traditionell Winterweizen, Wintergerste und Triticale (Kreuzung aus Winterweizen und Winterroggen). Für diese Erzeugnisse können die heimischen Bauern – bei Düngemittelkosten, die im Herbst 2008 historische Höchstmarken erreichten – aktuell nur völlig unzureichende Erlöse erzielen, so Röring: „Die diesjährige Ernte konnte für Ackerbauern daher nicht kostendeckend eingebracht werden. Für den klassischen Veredlungsbetrieb tragen die niedrigen Preise hingegen zur Konsolidierung bei.“
Gerade die immer stärker schwankenden Märkte stellen die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen, so Röring: „Das ist eine Entwicklung, mit der wir immer mehr rechnen müssen. Umso wichtiger wäre für unsere Betriebe die Möglichkeit, durch die Einführung einer steuerlichen Risikorücklage besser mit diesen Schwankungen wirtschaften zu können.“ Eine Regelung, die auch den derzeit mit desaströsen Erzeugerpreisen und Liquiditätsengpässen kämpfenden Milchviehhaltern zu Gute käme: „Die momentane Situation bei der Milch überfordert selbst unsere besten Betriebe. Jetzt sind die Entscheider in Berlin und Brüssel gefordert, durch Absatz fördernde Maßnahmen schnell für eine Entlastung am Milchmarkt zu sorgen.“
Im Sinne einer Entlastung erinnert Röring auch daran, dass die deutschen Landwirte nach der zunächst befristeten Absenkung der Agrardieselsteuer weiterhin die höchsten Steuersätze in der EU zu tragen haben: „Wir brauchen die entschlossene und dauerhafte Absenkung dieser Steuer auf das Niveau unserer französischen Konkurrenten.“
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Die Vorsitzenden des Kreisverbandes
Die drei Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbands (v.l.), Johannes Röring MdB (Vreden), Heinrich Emming (Südlohn) und Ludger Schulze Beiering (Weseke), freuen sich über die guten Ernteerträge in diesem Jahr.


