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27 Oktober 2009 | Kreisverband Borken
Über den Mut, weiter zu gestalten und zu erhalten
Freiherr von Heereman beim ersten Borkener Landseniorentreff
Constantin Freiherr von Heereman hat die Landwirte-Rentnergeneration aufgerufen, positiv auf den Nachwuchs auf den Bauernhöfen einzuwirken. „Wenn wir Alten morgens um 5 Uhr beim ersten Frühstück schon anfangen zu stöhnen, wie sollen die Jungen da Lust bekommen, mit anzupacken und weiter zu machen“, sagte der 77-Jährige im Rahmen eines Vortrags beim Borkener Landseniorentreff im Südlohner Haus der Vereine. Der Bauernpräsident a.D. war Hauptredner im mit 120 Personen voll besetzten Saal bei der Auftaktveranstaltung zum neuen Landseniorentreff, die als Veranstaltungsplattform für aktive Landsenioren im Kreis Borken gedacht ist. Der Landwirtschaftliche Kreisverband, der Kreislandfrauenverband und das Katholische Landvolk (KLB), die gemeinsam hinter der neuen Landsenioreninitiative stehen, zeigten sich hocherfreut über den guten Zuspruch. KLB-Diözesanreferent Ulrich Oskamp hat ein reges Interesse bei den Senioren bemerkt: „Obwohl sie nicht mehr direkt in der Verantwortung stehen, ist es ihnen wichtig, weiter engagiert mitzudiskutieren. Mit dieser und den kommenden themenspezifischen Veranstaltungen wollen wir auch Anregungen geben, um besser im Gespräch bleiben zu können.“
Reichlich Munition für weitere Gespräche lieferte von Heereman in seinem genauso informativen wie launigen Vortrag zur Situation der Landwirtschaft. Darin waren alte Geschichten genauso Thema wie Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen wie der Koalitionsvereinbarung: „Zur Vermeidung von Beitragserhöhungen sollen die Bundeszuschüsse zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung in den beiden kommenden Jahren um jeweils 100 Millionen Euro steigen“, referierte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und fügte augenzwinkernd hinzu: „Wollen wir bloß hoffen, dass sie die Gelder hierfür auch finden.“ Während des Vortrags von Heeremans hätte man eine Stecknadel fallen hören können, bemerkte Zuhörer Günther Hüging aus Ramsdorf. Der 59-Jährige findet die Einrichtung eines Landseniorentreffs sehr gelungen: „Es gibt immer mehr junge Alte. Gerade bei denen gibt es im Vergleich zu früheren Rentnergenerationen ein gewisses Umdenken dahin, dass es gut ist, wenn man auch mal vom Hof runter kommt.“
In 2010 wird der Landseniorentreff im regelmäßigen Rhythmus mit drei bis vier Angeboten im Jahr, vom Vortragsnachmittag bis hin zu Exkursionen, fortgesetzt. Ulrich Oskamp betont, dass man keine Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen aufbauen wolle: „Es ist ein zusätzliches Angebot für unsere spezielle Zielgruppe.“ Der nächste Termin ist am 6. Januar 2010 wieder um 14.30 Uhr im Haus der Vereine. Der Referent wird im Vorfeld noch bekannt gegeben. In diesem Sinne konnten die Organisatoren das auch auf sich beziehen, was von Heereman zum Schluss seines Vortrags seinen Zuhörern mit auf den Weg gab: „Verlieren Sie nicht den Mut, weiter zu gestalten und auch zu erhalten!“
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Freiherr von Heereman beim ersten Borkener Landseniorentreff
Während des Vortrags Freiherr von Heeremans beim ersten Borkener Landseniorentreff hätte man eine Stecknadel fallen hören können.


