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3 Dezember 2009 | Kreisverband Herford
Ferkelpreise zu niedrig
Herford /WLV (Re): „Schwein gehabt“ haben die rund 100 Sauenhalter im Kreis Herford im Jahr 2009 nicht. Im Laufe der vergangenen sechs Monate sind die Ferkelpreise um 25 Prozent gesunken, so der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford. In den letzten zwei Wochen hingegen hat es wieder einen verhaltenen Preisanstieg gegeben, der aber bei weitem noch nicht ausreicht, um aus den roten Zahlen zu kommen.
„Schon in den vergangenen Jahren haben die Sauenhalter tiefe Preistäler durchlebt“, erläutert Wilhelm Brüggemeier, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Nach einer kleinen „Verschnaufpause“ im letzten Winter und Frühjahr, habe im Mai wieder der Abwärtstrend eingesetzt. Kontinuierlich sei der Grundpreis von über 50 Euro pro Ferkel auf rund 35 Euro im Oktober abgerutscht. Bei dem augenblicklichen Preisniveau von ungefähr 37 Euro könnten die Bauern aber trotzdem nur Minus machen. Auch die gesunkenen Futtermittelkosten würden den Rückgang der Ferkelpreise nicht auffangen.
„Die wirtschaftliche Situation ist auf vielen Höfen mehr als besorgniserregend“, erklärt der Vorsitzende, „bei vielen ging auf Grund der niedrigen Erlöse die ‚rote Lampe’ an.“ Die Zeitspanne der Preiserholung sei für die Ferkelerzeuger einfach zu kurz gewesen. Der Preiseinbruch des letzten halben Jahres auf der Basis der Verluste der vergangenen Jahre führe zu deutlichen Engpässen auf den Betrieben. „Als Sauenhalter kann man nicht mal kurz aufhören“, betont Brüggemeier. „Diese Entscheidung trifft man nur einmal – und fängt dann nicht wieder an." Er macht weiter deutlich, dass der Lebensmitteleinzelhandel den zerstörerischen Preisdruck beenden müsse. In Verantwortung für die gesamte Lebensmittelkette sei endlich den realen Produktionskosten Rechnung zu tragen. Zudem fordert der Berufsstand die Risikoausgleichsrücklage. Brüggemeier: „Dann werden wir besser mit den ‚Tiefen’ der Märkte zurecht kommen können.“ Zur Erläuterung: Der Berufsstand fordert das „Parken“ von Gewinnen aus guten Jahren, es dient der betrieblichen Rücklagenbildung, die dann in Krisenjahren genutzt werden kann. Vergleichbares wie die Risikorücklage ist bereits in der Forstwirtschaft und in der Versicherungswirtschaft möglich.
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