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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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10 Dezember 2009 | Kreisverband Soest

Zuckerrüben aus dem Boden

Rübentransporter rollen noch zur Fabrik

Kreis Soest (wlv). Die Zuckerrübenernte im Kreis Soest ist beendet, einige Rübenmieten am Rande der Felder wird man aber noch ein paar Tage sehen. Bis zum Ende der kommenden Woche wird es voraussichtlich noch dauern, bis alle Rüben zur Zuckerfabrik in Warburg transportiert sind.

„Mit der Zuckerrübenernte können wir in diesem Jahr zufrieden sein“, so Karl-Heinz Schulze zur Wiesch, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest. Die Erträge seien gut gewesen und auch über den Witterungsverlauf während der Ernte könne man sich nicht beklagen „Wir konnten die Rüben im September und Oktober bei trockenem und sonnigem Wetter roden“ sagt Schulze zur Wiesch. Damit habe man die süße Frucht recht sauber ohne großen Erdanhang aus dem Boden holen können. Eine Ernte bei trockner Witterung sei zudem sehr bodenschonend und führe nicht zu Bodenverdichtungen. Im November habe es dann einige regnerische Phasen gegeben, aber auch die seien zu überbrücken gewesen.

Die gute Rübenernte nütze den Bauern aber nicht wirklich, so der Vorsitzende. Da die Rübenmenge, die jeder Bauern abliefern könne, durch die Zuckermarktordnung der Europäischen Union kontingentiert sei, würden die zusätzlich gewachsene Rüben nur zu einem sehr geringen Preis abgenommen oder müssten auf die Menge des nächsten Jahres vorgetragen werden und schmälerten damit die Anbaufläche im Jahr 2010.

Besonders ärgerlich sei, so Schulze zur Wiesch, dass obwohl auf dem Weltmarkt aktuell Zucker knapp sei und gesucht werde, die Zuckermarktordnung der Europäischen Union es untersage, die zusätzlichen Zuckermengen dieses Jahres auf dem Weltmarkt abzusetzen.

Im Kreis Soest werden übrigens auf 1800 Hektar Zuckerrüben angebaut.

Hintergrundinformation

Und wie kommt der Zucker jetzt in die Tüte?

Nachdem die Rüben mit Rübenrodern geerntet worden sind, werden sie mit der Rübenmaus auf LKWs verladen und zur Zuckerfabrik transportiert. Dort werden sie zunächst gewaschen und zerkleinert. Dann wird mit heißem Wasser der Zucker aus den Rübenschnitzeln gelöst. Dabei entsteht ein Saft, der ca. 15 Prozent Zucker enthält, der so genannte Rohsaft. Dieser Rohsaft enthält neben Zucker und Wasser aber auch noch andere Stoffe. Mit gelöstem Kalk, der Kalkmilch, kann man diese Stoffe binden und abtrennen. Die nun klare Zuckerlösung, der Dünnsaft, wird gekocht, so dass das Wasser nach und nach verdampft. Jetzt hat man einen dickflüssigen Sirup, in dem kleine Zuckerkristalle enthalten sind. In einer Zentrifuge werden nun die Zuckerkristalle vom Sirup getrennt. Jetzt noch trocknen und verpacken und schon ist der Zucker in der Tüte.


Pressekontakt

Petra Drees-Hagen

Marie-Curie-Str. 6
59423 Unna
Tel.: 02303/253-1036
Fax: 02303/253-1039
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