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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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11 Dezember 2009 | Kreisverband Herford

Rübenkampagne läuft bis Jahresende

Herford /WLV (Re): Was haben Chrisstollen, Fruchtjoghurt, Saure Gurken und Tomatenketchup gemeinsam? Es ist der Zucker, der all die Lebensmittel gut schmecken lässt. Zucker ist aus dem alltäglichen Leben und erst recht nicht aus der Weihnachtsbäckerei mehr wegzudenken: Zucker konserviert, bräunt und sorgt für Farbe, Geschmack, Beschaffenheit sowie Aroma.

„Die Zuckerrübenernte im Kreis Herford ist beendet, einige Rübenmieten am Rande der Felder wird man aber noch sehen“, das teilt der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford mit. Die Zuckerrübenkampagne, die üblicherweise bis Weihnachten abgeschlossen ist, dauert allerdings in diesem Jahr in der Zuckerfabrik Lage (Kreis Lippe) neun Tage länger. Der Grund: Die sehr hohen Erträge. Die Rübenkampagne - die Zeit, in der die Rüben verarbeitet werden - endet voraussichtlich am 29. bzw. 30. Dezember.

„Mit der Zuckerrübenernte können wir in diesem Jahr zufrieden sein“, so der Kreisverbandsvorsitzender Wilhelm Brüggemeier. „Die Erträge sind sehr gut.“ Die Erntebedingungen, waren dagegen sehr unterschiedlich - vor allem beeinflusst durch die Regenfälle. Zu Beginn der Rübenernte im September waren die Böden sehr trocken und die Rüben konnten sauber aus der Erde geholt werden. Im Oktober gab es nur mäßige Niederschläge, die Bedingungen waren weitgehend zufriedenstellend. Im November verschlechterten sich allerdings aufgrund der hohen Regenfälle die Erntebedingungen. Brüggemeier: „Durch die Nässe haftet mehr Erde an den Rüben, die Reinigung ist aufwändiger und das Roden und Abtransportieren der süßen Früchte wird erschwert.“

Weiter berichtet der Vorsitzende: „Die gute Rübenernte nützt den Rübenbauern aber nicht wirklich.“ Denn die Rübenmenge, die jeder Landwirt abliefern kann, ist durch die Zuckermarktordnung der Europäischen Union (EU) kontingentiert. Die zusätzlich gewachsenen Rüben werden nur zu einem sehr geringen Preis abgenommen oder müssen auf die Menge des nächsten Jahres vorgetragen werden und verringern damit die Anbaufläche im Jahr 2010. „Besonders ärgerlich ist“, so der Vorsitzende, „dass obwohl auf dem Weltmarkt aktuell Zucker knapp ist und gesucht wird, die EU-Zuckermarktordnung es untersagt, die zusätzlichen Zuckermengen dieses Jahres auf dem Weltmarkt abzusetzen.“


Hintergrundinformation
Und wie kommt der Zucker jetzt in die Tüte?

Nachdem die Zuckerrüben mit Rübenrodern geerntet worden sind, werden sie mit der Rübenmaus gereinigt sowie auf LKWs verladen und zur Zuckerfabrik transportiert. Dort werden sie zunächst gewaschen und zerkleinert. Dann wird mit heißem Wasser der Zucker aus den Rübenschnitzeln gelöst. Dabei entsteht ein Saft, der ca. 15 Prozent Zucker enthält, der so genannte Rohsaft. Dieser Rohsaft enthält neben Zucker und Wasser aber auch noch andere Stoffe. Mit gelöstem Kalk, der Kalkmilch, kann man diese Stoffe binden und abtrennen. Die nun klare Zuckerlösung, der Dünnsaft, wird gekocht, so dass das Wasser nach und nach verdampft. Nun hat man einen dickflüssigen Sirup, in dem kleine Zuckerkristalle enthalten sind. In einer Zentrifuge werden dann die Zuckerkristalle vom Sirup getrennt. Jetzt noch trocknen und verpacken und schon ist der Zucker in der Tüte.

Ein Tipp für die Weihnachtsbäckerei: Wird Honigkuchen mit Zuckerrübensirup zubereitet, ist dieser sehr würzig und weniger süß, so der der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford.


Foto: Die Zuckerrübenernte im Kreis Herford ist beendet, einige Rübenmieten am Rande der Felder wird man aber noch sehen.


Pressekontakt

Rita Rehring

Ravensberger Str. 6
32051 Herford
Tel.: 05221/180-250
Fax: 05221/180-262
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