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28 Dezember 2009 | Kreisverband Soest
Jahresrückblick des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest
Erträge gut, Gewinne niedrig
Kreis Soest (wlv). „Das Jahr 2009 hat für uns Bauern zwei Gesichter“, blickt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Karl-Heinz Schulze zur Wiesch zurück. Auf der einen Seite blicken wir auf ein Jahr zurück, in dem es die Natur gut mit uns meinte. Bei fast allen Früchten konnten wir gute Erträge und Qualitäten ernten. Auch mit dem Witterungsverlauf während der Ernte und der Bestellarbeiten im Frühjahr und im Herbst seien die Landwirte äußerst zufrieden gewesen. Auf der anderen Seite seien im abgelaufenen Jahr fast alle Bereiche der Landwirtschaft durch niedrige Erzeugerpreise unter massiven Druck geraten. „Die Wirtschaftskrise ist in der Landwirtschaft in vollem Maße angekommen“, so Schulze zur Wiesch. Für viele Bauernfamilien habe sich ihre finanzielle Lage erheblich verschlechtert. Historisch niedrige Milchpreise, Einbrüche in der Fleischerzeugung und ins Bodenlose gefallene Getreidepreise gingen vielen Bauern an die Substanz.
„So können die Landwirte im Kreis Soest auf eine Getreide- und Rapsernte mit zufrieden stellenden Erträgen und guten Qualitäten zurückblicken, die sie allerdings nur zu historischen Tiefpreisen vermarkten können,“ sagt Schulze zur Wiesch. Die Preise seien auf einem extremen Tiefpunkt angelangt und lägen deutlich unter dem Niveau der letzen zwei Jahre. „Die Ernte 2009 vermarkten wir unterhalb der Rentabilitätsschwelle“, so der Vorsitzende.
In einer schlimmen Situation steckten auch die Milcherzeuger. „Angesichts von Erzeugerpreisen in 2009 von zeitweise um die 20 Cent pro Liter konnten auch die besten Milchviehbetriebe nicht einmal mehr ihre Kosten decken. Viele Milchbauern haben massive Liquiditätsprobleme und sind in ihrer Existenz unmittelbar bedroht“, sagt der Vorsitzende. Auch die derzeit leicht verbesserten Milchpreise reichten nicht aus, die finanziellen Nöte auszugleichen, erläutert er. Für ihn steht außer Frage, dass der Milchpreis flächendeckend immer noch viel zu niedrig ist.
Ebenso setzte sich die Schweinemisere in 2009 fort. Ferkel- und Schweinepreise ließen keine ausreichende Rendite zu. Die wirtschaftliche Situation insbesondere der Sauenhalter ist mehr als besorgniserregend. Schon in den vergangenen Jahren haben sie tiefe Preistäler durchlebt. Nach einer kleinen „Verschnaufpause“ im letzten Winter und Frühjahr, hat im Mai wieder der Abwärtstrend eingesetzt. „Bei dem augenblicklichen Preisniveau machen die Landwirte, trotz aktuell leichter Preisverbesserungen, Minus“, bekräftigt Schulze zur Wiesch. Die Zeitspanne der Preiserholung sei für die Ferkelerzeuger einfach zu kurz gewesen.
Trotz der aktuell schweren wirtschaftlichen Lage in der Landwirtschaft sieht Schulze zur Wiesch die langfristige Zukunft mit verhaltenem Optimismus. Es sei zwar klar, dass die heimische Landwirtschaft vor großen Herausforderungen stehe und auch in diesem Jahr sich wieder gezeigt habe, dass die extremen Schwankungen der Agrarpreise jetzt harte Realität seien. „Entscheidend wird für uns sein, auch in schlechten Zeiten durchhalten zu können“, betont Schulze zur Wiesch. Der Berufsstand appelliert deshalb an die Politik, die Landwirtschaft wettbewerbsfähig zu halten. „Weltweit wächst die Bevölkerung und damit auch die Nachfrage nach Lebensmitteln“, betont er. „Des Weiteren müssen für die fossilen Energien Alternativen gefunden werden, dabei spielt die Bioenergie – und damit die Landwirtschaft - eine zentrale Rolle.“
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Karl-Heinz Schulze zur Wiesch, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest


