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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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7 Januar 2010 | Kreisverband Herford

Was macht die Kälte auf den Höfen?

Herford/WLV (Re): In diesen Tagen müssen die Landwirte im Kreis Herford kreativ sein: Bei Temperaturen von teilweise unter -10°C frieren vielen Tierhaltern die Wasserleitungen zu. Darauf weist der Landwirtschaftliche Kreiverband Herford hin. Bei den Temperaturen frieren in den Offenställen bei zahlreichen Milchviehbetrieben, Mutterkuhhaltern und Bullenmästern die Tränken und Wasserleitungen zu, da die elektrischen Frostwächter nicht mehr ausreichen. Die Tiere müssen per Hand mit Eimern und großen Kübeln getränkt werden. „Damit die Leitungen schneller wieder frei werden, greifen einige Landwirte zu Heizstrahlern und Heißluftgeräten“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende Wilhelm Brüggemeier.

Viele Milcherzeuger haben auf Grund der offenen Ställe mit der Kälte auch im Melkstand, also dort wo die Kühe gemolken werden, zu kämpfen. Auf Grund der modernen Offenställe, die ein gutes Klima für die Tiere garantieren, müssen viele Bauern Fenster und Türen zusätzlich mit Isoliermaterial abdichten, um die Wärme im Melkstand zu halten. „Den Tieren macht die Kälte dagegen nicht viel aus“, betont der Vorsitzende. Kühe und Bullen fressen mehr, um der Kälte mit mehr Energie zu trotzen. In geschlossenen Ställen, wie sie in der Ferkelerzeugung und Schweinemast üblich sind, reicht die Leistung der regulären Heizung oftmals nicht aus und die Landwirte müssen mit Gaskanonen zuheizen, um eine angenehm warme Temperatur für die Ferkel und Schweine zu halten. Brüggemeier: „Der Aufwand den die Bauern durch die anhaltenden niedrigen Temperaturen auf den Höfen betreiben müssen ist hoch, sie kostet viel zusätzliche Arbeitszeit.“

Auf den Äckern im Kreis Herford gibt es dagegen zur Zeit keine Probleme. Die derzeitige Schneedecke schützt das Wintergetreide vor stärkeren Frösten. „Schnee wirkt dabei wie eine Isolierschicht“, erläutert Brüggemeier. Auf diese Weise ist der Vegetationspunkt, also der Teil der Pflanze, in dem das junge Gewebe sich teilt und wächst, vor den niedrigen Temperaturen geschützt. Auch wenn oftmals äußere Blätter absterben und einige Triebe zurückgebildet werden, überlebt die junge Pflanze insgesamt und treibt bei wärmerer Witterung wieder neu aus. „So sind beispielsweise an Wintergerste, Winterweizen und Winterraps nach Schnee und Frost zumeist gelbe Blätter festzustellen,“ unterstreicht der Vorsitzende. Dies sieht für den Laien aus, als hätten die Pflanzen stark unter der Witterung gelitten. „Aber spätestens im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Pflanzen zum Leben wecken, überzieht innerhalb von wenigen Tagen ein saftiges Grün die Felder“, weiß der Vorsitzende. Doch: Auch ohne Schneedecke vertragen Wintergetreide und Winterraps Frosttemperaturen von minus 12 bis minus 15 Grad, Winterroggen und Winterweizen auch noch tiefere Temperaturen.

Übrigens: Fallen die Temperaturen im Winter unter Null Grad Celsius, ist dies für den Ackerboden nur vorteilhaft: Der Frost lässt den Boden garen, das heißt schwere dicht gepackte Bodenkluten werden durch die Eiskristalle in den feinen Zwischenräumen der Erdklumpen aufgebrochen. So können die Pflanzenwurzeln im Frühjahr leichter in den Boden eindringen und an die wertvollen Nährstoffe gelangen.

Pressekontakt

Rita Rehring

Ravensberger Str. 6
32051 Herford
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Fax: 05221/180-262
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