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3 Februar 2010 | Kreisverband Herford
Bauern verurteilen Preiskampf, Preissturz bei Butter
Herford /WLV (Re): Der Preiskampf des Lebensmitteleinzelhandels auf dem Rücken der deutschen Bauern geht weiter: Deutschlands größter Discounter Aldi und zahlreiche Konkurrenten haben am Montag den Preis für das 250-Gramm-Paket Deutsche Markenbutter von 99 auf 79 Cent gesenkt. Im Vorfeld drückte der Lebensmitteleinzelhandel in den Preisverhandlungen die Molkereien und schloss die Butterkontrakte zu einem deutlich niedrigeren Preis als in der Vorrunde ab.
„Der Konkurrenzkampf im Lebensmitteleinzelhandel wird erneut zu Lasten der deutschen Bauern ausgetragen“, unterstreicht der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford Wilhelm Brüggemeier. Die heimischen Milcherzeuger hätten ein wirtschaftlich mehr als schlechtes Jahr hinter sich. „Viele Milchbauern haben massive Liquiditätsprobleme und sind in ihrer Existenz unmittelbar bedroht“, betont Brüggemeier. Einen erneuten Druck auf den Milchpreis werde so mancher Landwirt nicht verkraften können.
Der Handel, erklärt der Vorsitzende, habe den aktuellen Preiseinbruch auf dem Weltmarkt für Butter und andere Fette ausgenutzt, um bei den Verhandlungen mit den Molkereien diese extremen Preisreduzierungen zu erreichen. Bei anderen Milchprodukten wie Vollmilch, Joghurt, Quark oder Schlagsahne dagegen liefen die geltenden Verträge noch bis zum Mai. Hier sei aktuell noch nicht mit einem Preisverfall zu rechnen.
Der Vorsitzende macht deutlich: „Die Preisdrückerei gefährdet langfristig die flächendeckende Landwirtschaft in der Region“. Weiter stünden die Qualität sowie die langfristige Verfügbarkeit der Nahrungsmittel auf dem Spiel. „So steigt bei einem Zusammenbruch der heimischen Milcherzeuger-Strukturen die Abhängigkeit vom Ausland, was das Preisniveau für die Verbraucher ansteigen lassen dürfte“, so Brüggemeier.
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