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24. Februar 2010 | Kreisverband Borken
Erneuerbare Energien - aus der Region für die Region
WLV und RWE Innogy informieren den Rat der Gemeinde Südlohn
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und RWE Innogy planen als gleichberechtigte Partner die Errichtung und den Betrieb einer modernen Biogasanlage am Standort Südlohn. Beide Betreiber sind davon überzeugt, dass die neue Anlage viele Vorteile in sich vereint und insbesondere auch die berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Region Südlohn berücksichtigt. Um dies zu verdeutlichen, haben sie ihr Projekt heute vor dem Rat der Gemeinde Südlohn präsentiert und sich den Fragen der Kommunalvertretung gestellt. WLV und RWE Innogy werden die Öffentlichkeit weiter über den Fortgang der Planungen auf dem Laufenden halten und noch vor Ostern zu einer offenen Bürgerversammlung einladen.
Worin bestehen die Besonderheiten und Vorzüge der geplanten Biogasanlage Südlohn?
Die neue Biogasanlage wird fast ausschließlich auf Basis von Gülle betrieben. Die bei der Erzeugung von Biogas anfallenden Gärreste werden vollständig aufbereitet. Es verbleibt ein hochwertiger Dünger, der wieder im landwirtschaftlichen Ackerbau eingesetzt werden wird und gereinigtes Wasser. Das erzeugte Biogas wird in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist. Damit verwirklichen WLV und RWE Innogy gemeinsam ein Kreislaufkonzept zur energetischen Nutzung von Biomasse, das in dieser Form bundesweit bisher einzigartig ist und als Vorbild für andere Anlagen dienen kann. Die dabei eingesetzte Technik ist in anderen Bereichen der deutschen Wirtschaft weitestgehend erprobt und bewährt. Die geplante Anlage ist ein wichtiger lokaler Beitrag zur Erreichung der deutschen und europäischen Klimaschutzziele. Zudem werden durch die Biogasanlage Arbeitsplätze in der Region geschaffen.
Die Anlage wird die Lebensqualität vor Ort nicht beeinträchtigen, insbesondere kommt es zu keinen Emissionen in Südlohn.
- Im Kreis Borken, wo die landwirtschaftlichen Familienbetriebe ganz überwiegend von der Tierhaltung leben, trägt sie dazu bei, Nährstoffe umweltfreundlich zu verwerten und das Grundwasser zu schützen.
- Für die Landwirtschaft schafft sie mit der Produktion von Biogas und der Vermarktung von Dünger zusätzliche Einnahmequellen.
- Das Anlagenkonzept trägt zur Erwerbssicherung flächenarmer Familienbetriebe bei und sichert weiterhin den hohen Anteil der Landwirtschaft an der gesamten wirtschaftlichen Wertschöpfung im Kreis Borken.
- Der gewählte Ansatz ist eine behutsame Weiterentwicklung der modernen Biogastechnologie und trägt somit entscheidend zum Schutz unseres Klimas bei.
Von Teilen der Bürgerschaft in Südlohn und Umgebung wurden gleichwohl Vorbehalte gegen die geplante Anlage formuliert, die sich derzeit im wesentlichen in drei Fragen zusammenfassen lassen:
1.) Entstehen durch die Anlage unzumutbare Geruchsemissionen?
2.) Wie wirkt sich die neue Anlage auf das Verkehrsaufkommen aus?
3.) Welche Folgen hat die Anlage für die Weiterentwicklung der regionalen Landwirtschaft?
Hierzu nehmen WLV und RWE Innogy wie folgt Stellung:
- Geruchsemissionen werden nicht auftreten, da der gesamte Prozess in einem geschlossenen System abläuft. Der Prozess der Biogaserzeugung erfolgt zwingend unter Ausschluss von Sauerstoff. Zudem wird die Halle, in der die Gülle angenommen wird, in Unterdruck gefahren. So kann keine mit Geruchsstoffen belastete Hallenluft nach außen gelangen. Und selbstverständlich unterliegt die Anlage den gesetzlichen Grenzwerten für Geruchs-, bzw. Schadstoff- und Lärmemissionen.
- Die Biogasanlage wird das Verkehrsaufkommen im Kreis Borken und im Münsterland eher entlasten, denn die künftig an die Biogasanlage gelieferten Güllemengen werden heute über längere Strecken durch das Münsterland und teilweise auch in andere Regionen von NRW transportiert. An Werkstagen werden ca. 40 Transporte notwendig sein, um die Anlage zu befüllen. Der Anlieferungsverkehr soll weitestgehend über die neue B 70 („Baumwollstrasse“) erfolgen. Im Bereich der alten B 70 werden nur geringe Mengen transportiert, weniger als 1 % der jetzigen ca. 800 LKW Transporte. In den derzeitigen Verkehrszahlen sind allerdings bereits die heute vorgenommenen Gülletransporte zur überregionalen Entsorgung der Gülle aus dem Raum Südlohn eingeschlossen. Diese fallen künftig durch die alternative Anlieferung der Gülle an die Biogasanlage weg!
- Die Vielfalt der Agrarkulturen rund um Südlohn wird durch die neue Biogasanlage nicht nur gewahrt, sie wird sogar tendenziell erhöht, denn es werden neben der Gülle nur sogenannte Zwischenfrüchte (Grünroggen, Sonnenblumen, Gras oder ähnliches) eingesetzt. In der Anlage wird ausdrücklich kein Mais eingesetzt werden. Der explizite Verzicht auf den Einsatz von Hauptfrüchten ist in der zwischen WLV und RWE Innogy geschlossenen Kooperationsvereinbarung festgeschrieben. Eine Flächenkonkurrenz zu Nahrungsmittelerzeugung und Ackerfutterbau ist somit definitiv ausgeschlossen.
- Eine Ausweitung der Tierhaltung in der Region als Konsequenz der neuen Anlage ist ebenfalls nicht zu befürchten, da bereits heute ausreichend Gülle in der Region vorhanden ist, um die Anlage zu befüllen. Es ist geplant, lediglich im Umkreis von ca. 20 Kilometern Gülle einzusammeln, um auch hinsichtlich des Transportweges eine günstige CO2-Bilanz aufweisen zu können.
Auf weitergehende Fragen werden WLV und RWE Innogy in der oben genannten Bürgerversammlung gerne ausführlicher eingehen.
Pressekontakt
Stephan Wolfert
Butenwall 17
46325 Borken
Tel.: 02861/9306-58
Fax: 02861/9306-55


