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12 März 2010 | Kreisverband Borken
Einladung zur Bürgerversammlung in Südlohn
Infoveranstaltung am 25. März zur geplanten Biogasanlage
An die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Südlohn
Einladung zur Bürgerversammlung
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und RWE Innogy planen als gleichberechtigte Partner in der Biogas Münsterland GmbH die Errichtung und den Betrieb einer modernen Biogasanlage am Standort Südlohn. Wir sind davon überzeugt, dass die neue Anlage viele Vorteile in sich vereint und insbesondere auch die berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Region Südlohn berücksichtigt. Um dies zu verdeutlichen, haben wir unser Projekt am 24. Februar vor dem Rat der Gemeinde Südlohn präsentiert und uns den Fragen der Kommunalvertretung gestellt. Viele von Ihnen haben bereits dort die Gelegenheit genutzt, sich ein erstes Bild von unseren Planungen zu machen. Wie angekündigt, möchten wir Ihnen aber auch unmittelbar die Gelegenheit geben, sich über das Projekt zu informieren und direkt Fragen an uns zu stellen. Deshalb laden wir Sie herzlich zu einer offenen Bürgerversammlung
am 25. März 2010
um 19.30 Uhr
in der Jakobi-Halle in 46354 Südlohn OT Oeding, Pfarrer-Becker-Straße 11
ein. Vorab senden wir Ihnen heute gerne erste Informationen zu. Weitere Details zur Anlage sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen können Sie zudem ab sofort auf unserer Internetseite www.biogas-muensterland.de nachlesen. Selbstverständlich können Sie uns aber auch Ihre ganz konkreten Fragen mailen, faxen oder schreiben. Unsere Adressen finden Sie am Ende des Briefes.
Worin bestehen die Besonderheiten der geplanten Biogasanlage und die Vorteile für Südlohn?
Die neue Biogasanlage wird fast ausschließlich auf Basis von Gülle betrieben. Die bei der Erzeugung von Biogas anfallenden Gärreste werden vollständig aufbereitet. Es verbleibt ein hochwertiger Dünger, der wieder im landwirtschaftlichen Ackerbau eingesetzt werden wird, und sauberes Wasser. Das erzeugte Biogas wird in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist. Damit verwirklichen WLV und RWE Innogy gemeinsam ein Kreislaufkonzept zur energetischen Nutzung von Biomasse, das in dieser Form bundesweit bisher einzigartig ist und als Vorbild für andere Anlagen dienen wird. Damit wird Südlohn seinem Anspruch als „Gemeinde im Grünen“ voll gerecht. Denn die geplante Anlage ist ein wichtiger lokaler Beitrag zur Erreichung der deutschen und europäischen Klimaschutzziele und hilft, die Qualität des Grundwassers in der Region weiter zu verbessern. Zudem werden durch die Biogasanlage unmittelbar mindestens fünf Arbeitsplätze geschaffen. Darüber hinaus leistet sie in der landwirtschaftlich geprägten Region des westlichen Münsterlandes einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung vieler Arbeitsplätze, die mittelbar und unmittelbar an der Landwirtschaft hängen.
Von Teilen der Bürgerschaft in und um Südlohn wurden gleichwohl Vorbehalte gegen die Anlagenplanung formuliert, die sich derzeit im wesentlichen in drei Fragen zusammenfassen lassen:
1.) Entstehen durch die Anlage unzumutbare Geruchsemissionen?
2.) Wie wirkt sich die neue Anlage auf das Verkehrsaufkommen aus?
3.) Welche Folgen hat die Anlage für die Weiterentwicklung der regionalen Landwirtschaft?
Hierauf möchten wir Ihnen bereits heute wie folgt antworten:
- Geruchsemissionen werden nicht auftreten, da die gesamte Biogaserzeugung in einem geschlossenen Prozess abläuft. Zudem wird die Halle, in der die Gülle angenommen wird, in einem Unterdruck betrieben. Die Abluft aus der Halle wird über Filteranlagen gereinigt. So kann keine mit Geruchsstoffen belastete Hallenluft nach außen gelangen. Und selbstverständlich unterliegt die Anlage den gesetzlichen Grenzwerten für Geruchsemissionen, die durch unabhängige Gutachter und Behörden überprüft werden.
- Die Biogasanlage wird das Verkehrsaufkommen im Kreis Borken und im West-münsterland eher entlasten, denn die künftig an die Biogasanlage gelieferten Güllemengen werden bereits heute über längere Strecken aus dem Raum Südlohn, dem Kreis Borken sowie des Westmünsterlandes in andere Regionen von NRW transportiert. An Werktagen werden ca. 40 Transporte notwendig sein, um die Anlage zu befüllen. Der Anlieferungsverkehr soll weitestgehend über die neue B 70 („Baumwollstraße“) erfolgen. Im Bereich der alten B 70 werden nur geringe Mengen transportiert, weniger als 1 % der schon heute ca. 800 LKW-Transporte pro Tag. In den derzeitigen Verkehrszahlen sind allerdings bereits die heute vorgenommenen Gülletransporte zur überregionalen Verwertung der Gülle aus dem Raum Südlohn eingeschlossen. Diese fallen künftig durch die alternative Anlieferung der Gülle an die Biogasanlage weg! Bei einem Zeitfenster für die Anlieferung von 8 Stunden am Tag ergibt sich ein Verkehrsaufkommen von 5 Fahrzeugen pro Stunde, d.h. etwa alle 10 Minuten erreicht ein Transporter die Biogasanlage. Nachtverkehr sowie Fahrten an Sonn- und Feiertagen sind ausgeschlossen.
- Die Vielfalt der Agrarkulturen rund um Südlohn wird durch die neue Biogasanlage nicht nur gewahrt, sie wird sogar erhöht, denn es werden neben der Gülle nur sogenannte Zwischenfrüchte (Grünroggen, Sonnenblumen, Gras oder ähnliches) eingesetzt. In der Anlage wird ausdrücklich kein Mais eingesetzt werden. Der explizite Verzicht auf den Einsatz von Hauptfrüchten ist in der zwischen WLV und RWE Innogy geschlossenen Kooperationsvereinbarung festgeschrieben. Eine Flächenkonkurrenz zu Nahrungsmittelerzeugung und Ackerfutterbau ist somit definitiv ausgeschlossen.
- Eine Ausweitung der Tierhaltung in der Region als Konsequenz der neuen Anlage ist ebenfalls nicht zu erwarten, da bereits heute ausreichend Gülle in der Region vorhanden ist, um die Anlage zu befüllen. Es ist geplant, lediglich im Umkreis von ca. 20 Kilometern Gülle einzusammeln, um auch hinsichtlich des Transportweges eine günstige CO2-Bilanz aufweisen zu können.
Auf diese und weitere Fragen möchten WLV und RWE Innogy in der o.g. Bürgerversammlung gerne ausführlicher eingehen. Wir freuen uns deshalb auf Ihre Teilnahme und verbleiben bis dahin
mit freundlichen Grüßen
gez.
Dr. Thorsten Blanke (Geschäftsführer der Biogas Münsterland GmbH) und Jörg Sümpelmann (Geschäftsführer des WLV-Kreisverbandes Borken)
Pressekontakt
Stephan Wolfert
Butenwall 17
46325 Borken
Tel.: 02861/9306-58
Fax: 02861/9306-55


