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17 März 2010 | Kreisverband Warendorf
Zukunft des Milchsektors engagiert diskutiert
Kompetente Redner geben Orientierung
„Wer sich mit dem Milchbereich beschäftigt, muss die Realitäten betrachten“, so eröffnete der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Warendorf, Herrmann-Josef Schulze–Zumloh, eine offene Milchausschusssitzung des Verbandes vor über 100 Milcherzeugern aus dem Kreis Warendorf und der Stadt Münster in der Landvolkhochschule Freckenhorst. „Realistische Marktbetrachtungen sind und bleiben Richtschnur unseres Verbandes. Nur mit dieser Prämisse können wir mit und für die Milchbauern an akzeptablen Rahmenbedingungen arbeiten“, so der Vorsitzende. Mit dem Vizepräsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Wilhelm Brüggemeier, und dem Milchreferenten des Verbandes, Dr. Thomas Forstreuter, begrüßte er zwei hochkarätige Fachleute im Milchbereich.
Dynamisch im Vortrag und kompetent in der Sache lieferte der Vizepräsident den interessierten Zuhörern eine wahre Flut an Zahlen und Fakten und bilanzierte: Direkte staatliche Milchreglementierungen laufen aus. Ab 2015 fällt die Milchquotenregelung ersatzlos weg. Angebot und Nachfrage werden den Preis bestimmen, mit starken Preisschwankungen ist zu rechnen. Drittländer werden weiter Milch in der EU nachfragen. Knappe landwirtschaftliche Flächen mit Konkurrenzdruck durch andere Betriebszweige bremsen die Milchproduktion. „Die Milcherzeuger sollten ihre Interessen bündeln. Die genossenschaftlichen Molkereien müssen sich zusammenschließen, um mit dem Lebensmittelhandel auf Augenhöhe verhandeln zu können“, so der Vizepräsident und plakatierte diese Notwendigkeit mit dem Hinweis, dass vier Discounter in der Bundesrepublik Deutschland mit 20 Einkäufern 75 % des Milchmarktes abwickeln.
Auf großes Interesse stießen auch die Ausführungen von Dr. Forstreuter zur künftigen Vertragsgestaltung zwischen Milcherzeugern und Abnehmern vor dem Hintergrund eines Gutachtens, das der Verband an der Universität Göttingen in Auftrag gegebenen hatte. Für die Vertragsgestaltungen reichen die Vorschläge von keinerlei vertraglicher Bindung bis hin zu langfristigen Bindungen, die auch regelnd bei der zu liefernden Milchmenge eingreifen.
In einer engagierten Diskussion standen die Referenten Rede und Antwort, wobei naturgemäß unterschiedliche Auffassungen zu den verschiedenen Punkten diskutiert wurden. „Hier wird es Aufgabe des Verbandes bleiben, in den Milchausschüssen die Diskussion auf realistischer Basis fortzuführen“ so Kreislandwirt Karl Werring.
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Kompetente Redner
Mit dem Vizepräsidenten des WLV, Wilhelm Brüggemeier, und dem Milchreferenten des Verbandes, Dr. Thomas Forstreuter, begrüßte Kreisverbandsvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh zwei hochkarätige Fachleute zur offenen Sitzung des Milchausschusses (v.li.).


