
Sie sind hier: » Pressemeldungen » Kreisverband Münster
16 März 2010 | Kreisverband Münster
Flächenverbrauch, Gewässerschutz und GVO
Münsteraner Landwirtschaft im Gespräch mit Politik und Verwaltung der Stadt
<Münster> Die Landwirtschaft in der Stadt Münster ist ein bedeutender städtischer Wirtschaftszweig. Sie ist Basis für das Einkommen von rund 350 Bauernfamilien. Diese wirtschaften auf rund 14.000 Hektar Fläche in und mit der Natur und in enger Nachbarschaft zu rund 270.000 Bürgerinnen und Bürgern. Dies wurde beim Treffen von Vertretern der Münsteraner Politik und der Stadtverwaltung mit der Spitze des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes und Vertretern der Landwirtschaftskammer deutlich.
Von den knapp 190.000 Erwerbstätigen der Stadt arbeiten rund 2.100 in der Land- und Forstwirtschaft, verdeutlichte Heinz-Georg Buddenbäumer, Landwirt in Angelmodde und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, gegenüber den Mitgliedern von Rat und Verwaltung. Zudem ist Münster die Heimat einer Reihe von Unternehmen, die mit der Landwirtschaft eng verbunden sind. Genannt wurden der Landwirtschaftsverlag, die Agravis Raiffeisen AG, die Westfleisch eG, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, der Landeskontrollverband, die Landwirtschaftlichen Sozialversicherungen oder das Westfälische Pferdestammbuch.
Beim Treffen standen neben dem Gedankenaustausch handfeste politische Themen auf der Tagesordnung. Intensiv gesprochen wurde über den hohen Flächenverbrauch bei städtischen Bauvorhaben. Durch Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen gehen bei der Erstellung von Straßen und Gebäuden wertvolle Ackerflächen für die landwirtschaftliche Nutzung verloren. Buddenbäumer forderte die Vertreter der Stadt auf, in Zukunft sensibler mit diesen Flächen umzugehen: „Wir müssen beim Ausgleich vorrangig auf die Aufwertung schon vorhandener Naturschutzflächen setzen. Jeder Hektar, der für die Landwirtschaft verloren geht, schwächt ein landwirtschaftliches Familienunternehmen.“
Gesprächsbedarf sehen die Landwirte der Stadt bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Um Maßnahmen zur Entwicklung der Gewässer reibungsloser umsetzen zu können, hat der Landwirtschaftliche Kreisverband der Stadt eine Koordinierungsstelle vorgeschlagen, in die die Wasser- und Bodenverbände einbezogen werden sollen. Vereinbart wurde, diese Stelle möglichst schnell einzurichten, um die wirtschaftlichen Interessen der Landwirte mit den ökologischen Vorgaben in Einklang zu bringen. Weiteres Thema war die Forderung der Stadt, auf städtischen Flächen auf den Einsatz von Saatgut zu verzichten, das als gentechnisch verändert gekennzeichnet ist. Die Landwirte betonten, dass die Stadt Münster mit ihrem Vorgehen, den Verzicht in die Pachtverträge hineinschreiben zu wollen, einen Sonderweg gegenüber anderen Kommunen gehen will. Ein solches Ansinnen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus wird von den Bauern kritisch gesehen. Vereinbart wurde ein weiterer intensiver Informationsaustausch.
Pressekontakt
Laura Jacobs
Schorlemer Straße 15
48149 Münster
Tel.: 0251/4175-118
Fax: 0251/4175-136
Mail-Kontakt


