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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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9 April 2010 | Kreisverband Paderborn

„Erste Rüben sind im Boden“

Paderborn /WLV (Re): Auf den Äckern kommt jetzt die Rübenaussaat in Gang. Nach Auskunft des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes wurden die ersten Zuckerrüben im Kreis Paderborn gelegt. Viele Felder waren noch zu nass, doch das schöne Wetter der vergangenen Tage schickte die Bauern auf die Felder. „Der größte Teil der Rübensaat wird, wenn das Wetter mitspielt, in der kommenden Woche erfolgen“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende Hubertus Beringmeier.

Nach dem Frost des Winters haben die Böden eine gute Struktur und bieten den Rüben gute Startbedingungen. Bei günstigen Witterungsbedingungen sprießen schon nach zwei Wochen die ersten Pflänzchen. „Die Blätter wachsen zunächst schneller als der Rübenkörper“, weiß der Vorsitzende. „Die Pflanze bildet weit ausladende Blätter, mit denen sie das einfallende Sonnenlicht optimal einfangen kann.“ In der Photosynthese wird dann Kohlendioxid aus der Luft abgebaut, Zucker aufgebaut und Sauerstoff in der Atmosphäre abgegeben. So bindet ein Hektar mit ca. 80.000 Pflanzen etwa 26 Tonnen Kohlendioxid und erzeugt ca. 13.000 Kubikmeter Sauerstoff. „Der Anbau von Zuckerrüben trägt somit auch zum aktiven Klimaschutz bei“, betont Beringmeier.

Nach den Rüben schließt zum Monatsende die Maisaussaat die Frühjahrsbestellung ab. Mit ansteigenden Temperaturen kommen jetzt alle Kulturen zügig in Gang. Das Wintergetreide wächst kräftig und hat teilweise die Verzögerung durch das späte Frühjahr bereits aufgeholt. „Beim Raps sehen die Bestände allerdings sehr unterschiedlich aus“, so der Vorsitzende. Hier bleibt abzuwarten wie sie sich erholen.

Sorgen bereitet den Landwirten zudem ein geplantes Erosionskataster. Zum 1. Juli soll in NRW ein Erosionsgefährdungskataster zur Anwendung kommen, das beispielsweise für sogenannte Reihenkulturen bei einer theoretisch ermittelten Erosionsgefahr ein pauschales Pflugverbot vorsieht. „Solch ein Pflugverbot würde zum Beispiel den Anbau von Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln in hohem Maße erschweren“, betont der Vorsitzende. Auch die hohe Anzahl der angeblich gefährdeten Flächen sei fachlich nicht nachvollziehbar. Nicht akzeptabel sei, dass die Landwirte bei der Einstufung in Gefährdungsklassen überhaupt nicht mitsprechen durften und die Resultate oftmals keineswegs die Gegebenheiten vor Ort widerspiegeln. „Es besteht hoher Klärungsbedarf, insbesondere ob überhaupt oder wie zukünftige Ackerbaumaßnahmen einer realen Erosionsgefahr angepasst werden müssen“, erläutert der Vorsitzende. Deshalb werden Gespräche in einer Arbeitsgruppe geführt, die zur Klärung der strittigen Fragen zwischen dem NRW-Landwirtschaftsministerium und dem Berufsstand vereinbart wurde. Beringmeier: „Eine novellierte Bundesverordnung zur Problemlösung ist erforderlich.“ Der Bauernverband drängt darauf, diese jetzt auf den Weg zu bringen. Im Zentrum der Änderungen stehen eine Überarbeitung der Gebietskulisse und eine flexiblere Handhabung der Bewirtschaftungsauflagen.

Pressekontakt

Rita Rehring

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