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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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22 April 2010 | Kreisverband Minden-Lübbecke

Raps: Bald wieder gelbes Blütenmeer zu sehen

Minden-Lübbecke /WLV (Re): Im Mühlenkreis wird es wieder gelb. Nach Angaben des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke steht jetzt die Rapsblüte kurz bevor und wird in den nächsten Tagen das Land mit einem gelben Blütenteppich überziehen. Trotz des langen Winters haben die Rapsbestände bei mildem Frühlingswetter im Wachstum zügig aufgeholt. „Die Blüte beginnt nun mit nur wenigen Tagen Verzögerung wieder fast zum normalen Zeitpunkt“, erläutert der Kreisverbandsvorsitzende Karl-Heinz Becker. Vereinzelt sei es zwar zu starken Auswinterungsschäden auf den Rapsfeldern gekommen, überwiegend zeigten sich die Bestände aber in gutem Entwicklungszustand.

„Imker nutzen die Rapsblüte gern als frühe, üppige Bienenweide, die den kräftigen Rapshonig liefert“, erklärt Becker. Er weißt weiter darauf hin, dass ein großer Teil des Rapes für wertvolles Speiseöl verwendet wird. „Aber auch für technische Zwecke als Biodiesel, Hydrauliköl oder Schmierfett wird der nachwachsende Rohstoff eingesetzt“, unterstreicht der Vorsitzende. Mit dem starken Anstieg der Kraftstoffpreise habe der Biotreibstoff wieder an Attraktivität gewonnen. Zurzeit liegt der Tankstellenpreis von Biodiesel deutlich unter dem Preis für Mineraldiesel. Der Abstand beträgt fast 13 Cent pro Liter. Der Verbrauch von Biodiesel ist in der Folge nach dem Einbruch jetzt wieder angestiegen und lag im Januar 2010 um knapp 40 Prozent über der Vorjahresmenge, wie eine Erhebung der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) ergeben hat. Zugleich stieg bei insgesamt geringerem Dieselverbrauch der Anteil des Biodiesels von 6,7 Prozent im Januar 2009 auf 9,5 Prozent im Januar 2010. Der Verbrauch von reinem Pflanzenöl als Treibstoff ging allerdings drastisch zurück und hat sich mehr als halbiert.

Die zurzeit erfreuliche Entwicklung am Biodieselmarkt kann aber nicht über den insgesamt drastischen Rückgang des Verbrauchs seit 2007 hinwegtäuschen, der durch die Erhöhung der Besteuerung von Biokraftstoffen verursacht worden ist. Insgesamt sank der Biodieselverbrauch von 2007 bis 2009 von 3 Mio. t auf 2,5 Mio. t. Gleichzeitig sank der Verbrauch von reinem Pflanzenöl als Kraftstoff von 750.000 t auf nur noch 100.000 t.

Angesichts der Entwicklung beim Biodiesel fordert der Landwirtschaftsverband nach wie vor eine Rücknahme der steuerlichen Benachteiligung der Wettbewerbsfähigkeit. „Mit biologischen Treibstoffen können fossile Ressourcen gespart und die Umwelt geschont werden“, betont der Vorsitzende. So sei der Kohlendioxid-Kreislauf geschlossen. Das Kohlendioxid, das sich bei der Verbrennung von Biodiesel bildet, wurde zuvor von der Rapspflanze im Rahmen der Photosynthese aus der Luft entnommen. „Im Gegensatz zum Verbrauch von fossilen Brennstoffen wie Erdöl findet kein Neueintrag statt“, unterstreicht Becker.


 

Pressekontakt

Rita Rehring

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