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9 Juli 2010 | Kreisverband Soest
Erntebeginn in der Region
Mähdrescher haben ersten Einsatz hinter sich
Kreis Soest (wlv). Die ersten Gerstenbestände sind im Kreis Soest gemäht, so eine Mitteilung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Nach einem kühlen Frühjahr war die Entwicklung des Getreides zunächst verzögert. Trockenheit und Hitze führten dann jedoch dazu, dass besonders auf den leichteren Böden die Gerste schneller abreifte als den Bauern lieb war. „Bei Wassermangel, verbunden mit hohen Temperaturen wird das Getreide notreif“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Karl-Heinz Schulze zur Wiesch . Ertragseinbußen seien die Folge.
Je nachdem, wie stark die Pflanzen unter dem Wassermangel gelitten hätten, reife die Gerste in diesem Jahr sehr unterschiedlich ab, so der Vorsitzende. Während einige Bestände schon gemäht seien, wären andere auch in den nächsten Tagen noch nicht reif. Wie stark die trockenheitsbedingten Ertragseinbußen bei der Gerste sein werden, könne man noch nicht sagen. „Vermutlich kommen wir hier eher mit einem blauen Auge davon“, sagt Schulze zur Wiesch. Deutlicher seien die Schädigungen beim Weizen, den die Hitze und Trockenheit in einer besonders empfindlichen Phase der Ertragsbildung, der Kornfüllungsphase, getroffen habe. Während die Weizenbestände Anfang Juni noch sehr gut ausgesehen hätte, sehe man nun sehr deutlich, wie sich die Ähren weiß färbten.
Jetzt, zunächst, stehe aber die Gerstenernte auf dem Plan. Danach würde der Raps, dann erst der Weizen und die mengenmäßig unbedeutenderen Früchte Hafer, Roggen und Triticale geerntet, erläutert Landwirtevorsitzender Karl-Heinz Schulze zur Wiesch
Hintergrundinformationen Getreide:
Die Getreidearten gehören zur Familie der Gräser und sind über die Jahrhunderte hinweg aus Wildgräsern gezüchtet worden.
Gerste:
Gerste ist die älteste Getreideart, da sie bereits 10500 v.Chr. angebaut wurde. Seit etwa 5000 v.Chr. gibt es Gerste auch hier in Deutschland. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wird die Wintergerste besonders als Viehfutter geschätzt. Sommergerste wird zum Brauen von Bier benötigt. Für die Menschen werden zudem aus Gerste Grieß und Graupen hergestellt.
Bei uns in Westfalen ist Gerste die am zweit meisten angebaute Getreideart.
Weizen:
Weizen ist die zweitälteste Getreideart. Die ältesten Weizenfunde lassen sich auf das Jahr 7800 vor Christus zurückdatieren. Aber erst ab dem 11. Jahrhundert, als Weißbrot in adligen Kreisen beliebt wurde, dehnte sich die Anbaufläche aus. Heute nimmt Weizen in Westfalen, wie in ganz Deutschland, den größten Anteil der Getreidefläche ein. Ein Großteil der Weizenernte ist Brotgetreide, d.h. es wird zu Mehl vermahlen und dann zum Backen von hellem Brot, Brötchen und anderen Backwaren verwendet. Aber genau wie die Gerste ist der Weizen auch ein wichtiges Futtermittel.
Roggen:
Roggen wird seit etwa 4000 v. Chr. angebaut. Vom 12. bis in das letzte Jahrhundert hinein war er in Deutschland das wichtigste Brotgetreide und hatte damit eine bedeutende Funktion für die Ernährung der Menschen. Auch heute noch wird aus Roggen Brot gebacken, aber seit dem zweiten Weltkrieg hat ihn der Weizen von seiner Spitzenposition verdrängt. In geringerem Umfang wird Roggen auch als Futtermittel eingesetzt.
Hafer:
Hafer ist eine verhältnismäßig jüngere Getreideart. Ab etwa 2400 v. Chr. wurde er in Mitteleuropa angebaut. Ab dem Hochmittelalter bis zur ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war er in Deutschland nach dem Roggen die wichtigste Getreideart, die besonders als Pferdefutter genutzt wurde. Heute wird nur noch wenig Hafer angebaut. Man kennt ihn in Form von Haferflocken, der größte Teil der Haferernte wird jedoch an Pferde, Rinder oder Geflügel verfüttert.
Weitere heimische Getreidearten sind Dinkel, der aber bei uns nur sehr selten angebaut wird, Triticale, ein sehr junges Getreide, das eine Kreuzung aus Roggen und Weizen ist und Mais, der aber erst im Herbst geerntet wird.
Pressekontakt
Petra Drees-Hagen
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