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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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16 Juli 2010 | Kreisverband Steinfurt

"Da wächst nichts mehr"

Ernteausfälle im Kreis Steinfurt

wlv/mg- Kreis Steinfurt. Um zu erkennen, wie es um die Ernte auf den Feldern im Kreis Steinfurt bestellt ist, muss man kein Fachmann sein. Verdorrte Grasnarben statt saftig-grüner Wiesen und Weiden, Getreide, das auf dem Halm vertrocknet, und Mais, der sich nur dürftig entwickeln kann, zeigen: Eine gute Ernte sieht anders aus.

„Wir haben es wegen der  Bodenqualität und der Niederschlagsmengen der vergangenen Monate mit lokalen Unterschieden zu tun, aber im Schnitt haben wir bei der Wintergerste Ernteausfälle von rund 20 Prozent zu verzeichnen“, bilanziert Johann Prümers, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Beim Roggen wird sich die geerntete Menge wohl um ein Viertel reduzieren. Noch ärger hat es Weizen und Triticale getroffen. „Hier werden wir deutlich höhere Minuserträge einfahren“, schätzt Prümers die Lage ein. „Trockenheit und Hitze haben den Pflanzen zugesetzt. Wir rechnen mit einem Ertragsrückgang zwischen 30 und 40 Prozent.“ Die Ernte bei Weizen und Triticale wird in etwa 14 Tagen beginnen.

Besonders getroffen hat die lange, heiße Trockenperiode dieses Sommers die Milchviehbetriebe. Das Grünland verdient seinen Namen schon lange nicht mehr. „Da wächst nichts mehr“, erklärt Johann Prümers. Viele Milchbauern im Kreis halten deshalb ihre Kühe bereits im Stall. Die Folgen sind abzusehen. „Die Kostensituation wird sich für die Betriebe massiv verschärfen“, so Prümers. Auch ein verstärkter Zwischenfruchtanbau kann da nur eine teilweise Entlastung bringen.

Wie stellen sich die Ernteaussichten beim Mais dar? „Hier haben wir mit extremen Ertragseinbußen zu rechnen. Das tut den Futterbetrieben sehr weh“, macht Johann Prümers deutlich und rechnet bei einzelnen Betrieben mit Minuserträgen von über 50 Prozent bis hin zum Totalausfall. „Jeder Tag, der uns jetzt noch Feuchtigkeit bringt, gibt Hoffnung“, so Prümers. Ähnlich schätzt auch Herbert Piepel, Pflanzenbauberater der Kreisstelle Steinfurt der Landwirtschaftskammer, die Situation ein. „Insgesamt wird im Kreis die Maisernte nach unseren Schätzungen um ein Drittel geringer ausfallen.“ Das bringt die Futterbaubetriebe und die Betreiber von Biogasanlagen in verschärfte Konkurrenz. Allerdings lohnt sich da, so Herbert Piepel, der Blick über den Kreis-Steinfurt-Tellerrand:  „Deutschlandweit waren die Niederschlagsmengen in den vergangenen Wochen nicht so gering wie im Münsterland und in Teilen Brandenburgs.“

Pressekontakt

Marlies Grüter

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