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16 Juli 2010 | Kreisverband Gütersloh
Getreidepreise kein Argument für Erhöhung von Backwaren
Gütersloh/wlv (Re): Mit Verärgerung haben die Bauern nach Angaben des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh auf Ankündigungen des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks reagiert, die Brot- Brötchenpreise erhöhen zu wollen. „Hierfür fehlt bisher jegliche die Grundlage“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende Arnold Weßling. Er weist darauf hin, dass der Getreidepreis nur noch einen sehr geringen Anteil am Preis für Backwaren hat. So liegt der Wertanteil des verarbeiteten Weizenmehls an einem Weizenbrötchen nur noch bei knapp 1 Cent. „Wenn ein Kilogramm Weizenmehl um 2 Cent teuer wird, kann man das beim Brötchen gar nicht mehr darstellen“, erläutert Weßling. Bei einem 500-Gramm-Brot wären dieser Anteil weniger als ein Cent.
„Wir wehren uns gegen die falsche Darstellung der Erhöhung der Getreidepreise und deren Auswirkungen im Hinblick auf Verbraucherpreise“, untermauert der Vorsitzende. Begrenzte Preiserhöhungen beim Getreide seien ein schlechtes Argument für angekündigte Preiserhöhungen bei Backwaren.
Die Bauern mussten seit 20 Jahren mit ruinösen, nicht Kosten deckenden Getreidepreisen leben. Und auch in diesem Jahr sind leider noch keine Anzeichen sichtbar, die diese Situation deutlich verändern würden. Der Vorsitzende macht deutlich: „Wir brauchen für unser Produkt einen auskömmlichen Preis.“ Für die Bauern wird es höchste Zeit, dass Getreide wieder eine Wertschätzung bekommt. Die Bauern sehen durchaus den Kostendruck, unter dem die Bäcker stehen, insbesondere durch steigende Energiepreise. Sie wollen jedoch nicht zu Unrecht auf die Anklagebank und wünschen sich mehr Fairness im Umgang miteinander. Zumal die Energie- und Wasserpreise für die Herstellung von Backwaren oft wichtigere Parameter für die Preisbildung sind als der Mehlanteil.
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