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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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9 Juli 2010 | Kreisverband Bielefeld

Mähdrescher rollen auf den Feldern: Gerstenernte startet

Bielefeld /wlv (Re): Die Gerstenernte startet in und um Bielefeld: Die ersten Mähdrescher dürften mit der erneuten Hitzeperiode zum Wochenende ihre Arbeit beginnen. Die Ertragserwartungen haben die Bauern jedoch deutlich zurückgeschraubt. „Die extreme Witterung hat insbesondere auf den leichteren Böden drastische Spuren hinterlassen“, erläutert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Bielefeld Heinrich Dingerdissen. Die Landwirte rechnen mit erheblichen Ertragseinbußen.

Die Wintergerste, die alljährlich den Erntereigen eröffnet, kommt nach ersten Prognosen noch am besten weg. Dingerdissen: „Sie war in der Abreife bereits recht weit fortgeschritten, sodass ihr die Gluthitze der ersten Julitage nicht mehr sehr viel anhaben konnte. Schlimmer sieht es mit der Triticale (Kreuzung aus Roggen und Weizen) aus. Hier rechnen Fachleute mit deutlichen Ertragseinbußen.

Auch beim Weizen sind deutliche Trocken- und Hitzeschäden zu sehen. „Die Bestände waren Anfang Juli erst in der Phase der Kornfüllung“, erklärt der Vorsitzende. Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr haben die Pflanzen ähnlich wie viele Menschen in den absoluten Spargang geschaltet und damit keine Reservestoffe eingelagert. Die Landwirte erkennen dies an den zunehmend weißen Ähren, die nur schwach ausgebildete Körner enthalten.

Sehr unterschiedlich präsentieren sich die Maisbestände. Der Mais befindet sich derzeit in einer kritischen Phase und müsste mindestens einen halben Meter höher sein. Doch aufgrund der Trockenheit wachsen die Pflanzen nicht, sondern rollen die Blätter gegen die Hitze ein. „Auch hier gibt es Ertragseinbußen, wenn es nicht bald regnet. Aber da müssen wir noch abwarten“, so Dingerdissen und hofft auf das ein oder andere Gewitterschauer zur Erholung der Bestände. Die Zuckerrüben auf den besseren Standorten sehen noch einigermaßen gut aus, während auf den leichteren Böden das „Schlafen“ der Rüben deutlich zu erkennen ist. Schlecht sieht es weiter bei den Grünflächen in und um Bielefeld aus. „Das Wachstum ist gleich Null“, berichtet der Vorsitzende. Statt sattem Grün auf Weiden und Wiesen erblickt man hier nur vertrocknete Flächen.

Der Vorsitzende bilanziert, dass sich die Witterung im ersten Halbjahr insgesamt im Bereich der Extreme bewegte: „Der Winter war extrem kalt, das Frühjahr lang und zu kühl und jetzt kommt plötzlich so ein Sommer.“

Pressekontakt

Rita Rehring

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