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27 August 2010 | Kreisverband Warendorf
Mit Bundestagsabgeordnetem im Gespräch
Reinhold Sendker im Grünen Zentrum zu Gast
Von der Parlamentsarbeit in Berlin berichtete Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker bei einem Besuch des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Warendorf. Er war damit der Einladung zum Halbjahresgespräch gefolgt. Der Abgeordnete ist Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und stellte die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte vor. Seit einem Jahr vertritt der heimische Abgeordnete die Interessen des Kreises Warendorf nicht mehr auf Landes-, sondern auf Bundesebene.
„Deutschland ist als eines der ersten Länder aus der Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen. Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich aufgrund der positiven Effekte zahlreicher arbeitsmarktpolitischen Instrumente als stabil in der Krise erwiesen“, betonte Sendker und nannte als Beispiel das Kurzarbeitergeld, mit dessen Hilfe gute Arbeitnehmer auch in schlechten Zeiten beschäftigt werden konnten und den Unternehmen heute weiter zur Verfügung stünden.
In seiner Funktion als Mitglied im Bundesverkehrsausschuss berichtete Sendker von der geplanten Osttangente B 475n zwischen Ennigerloh und Neubeckum. Die Umweltverträglichkeitsstudie habe ergeben, dass auf der vorgesehenen Trasse auf dem Gelände von Heidelberger Cement inzwischen ein Sekundärbiotop entstanden sei und daher nicht mehr ohne entsprechenden Ausgleich genutzt werden könne. Neue Ausgleichsflächen würden gesucht. Kreisverbandsvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh nahm diese Situation in Ennigerloh zum Anlass, ähnliche Probleme auf landwirtschaftlichen Flächen anzusprechen: „Wenn Landwirte freiwillig auf vorübergehend ungenutzten Flächen die Entwicklung von Biotopen unterstützen, darf das nicht bedeuten, dass ihnen diese Flächen später nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.“
Im Bereich Bioenergie wurde offen über die Problematik der Flächenkonkurrenz gesprochen: Nach Meinung der Landwirtschaftsvertreter müsse eine stärkere Verwertung von Gülle in Biogasanlagen angestrebt werden. „Wenn die Gülle erst durch den Fermenter der Biogasanlage geschickt wird, bevor sie auf den Felder landet, können wir die Geruchsimmission deutlich reduzieren“, nennt Kreislandwirt Karl Werring einen der Vorteile. In diesem Kontext könne eine Neubewertung der Zusammensetzung der Einspeisevergütung diskutiert werden. Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist zum 1. Januar 2012 vorgesehen und der Verband wird sich hier einbringen.
In seinem Erntebericht verwies Kreisvorsitzender Schulze-Zumloh auf die unterschiedlichen Ernteergebnisse im Kreisgebiet: Die starke Hitzeperiode habe den unterschiedlichen Bodenqualitäten unterschiedlich stark zugesetzt. Der Getreidepreis liege rund 50% über dem Vorjahr und habe damit Auswirkungen auf die Veredlungsregion, die auf Futterzukauf angewiesen sei. „Der Getreidepreis gilt als Eckpunkt der Veredlungsregion, der Milchpreis wird nachziehen. Die Ferkelerzeuger haben mit niedrigen Preisen zu kämpfen“, bilanzierte Schulze-Zumloh.
Bild 1
Sendker spricht mit Vertretern der Landwirtschaft
Trafen sich zum Halbjahresgespräch im Grünen Zentrum (v.li.): Kreislandwirt Karl Werring, Marcel Opperbeck (Mitarbeiter Wahlkreisbüro),
Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker, Manfred Stelthove (Geschäftsführer Landwirtschaftlicher Kreisverband), Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Kreisverbandsvorsitzender).


