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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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4. Juli 2011 | Kreisverband Münster

Landwirte lehnen den fleischlosen Donnerstag entschieden ab

Kreisverband spricht sich gegen Pläne des Städtischen Umweltamtes aus

Münster <WLV> Entschieden sprechen sich die Münsteraner Landwirte gegen den Vorschlag des Städtischen Umweltamtes aus, durch den Rat einen „Vegetarischen Donnerstag“ für das gesamte Stadtgebiet zu beschließen. Das Umweltamt sieht in seinem Vorhaben einen Beitrag zum Klimaschutz, zur Gesundheitsprävention sowie zum Natur- und Umweltschutz, da bei der Erzeugung, Verarbeitung und dem Handel von tierischen Lebensmitteln eine große Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen entstünde.

„Ernährungsgewohnheiten und Anbausituationen haben wie die Landwirtschaft und die Lebensmittel erzeugende Industrie nur einen sehr geringen Einfluss auf die Entwicklung des weltweiten Klimas“, betont dagegen Susanne Schulze Bockeloh, stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „Viel entscheidender ist, welche Produkte wir zu welcher Jahreszeit konsumieren - der Vorschlag zu einem vegetarischen Donnerstag ist eine Bevormundung der Bevölkerung“, macht Susanne Schulze Bockeloh, Landwirtin mit einem 60 Hektar großen Schweinemastbetrieb, deutlich.

Zur Vermeidung weiter Importstrecken verbunden mit hohen CO2-Emmissionen sollten wir Obst und Gemüse nach Möglichkeit entsprechend der saisonalen Erntezeit verzehren. Auch den Hinweis des Umweltamtes, ein vegetarischer Donnerstag sei ein Beitrag zur Gesundheitsprävention, beurteilt Schulze Bockeloh als wenig überzeugend, denn maßgeblich hierfür sei eine vielmehr eine ausgewogene tägliche Ernährung. Dabei gehöre zu einer ausreichenden Vitaminversorgung insbesondere auch Fleisch. Häufig seien Veganer unterversorgt, da etwa das Vitamin B 12 in Pflanzen nicht enthalten sei. Dieses Vitamin sei ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Innereien, Fisch, Milch und Eiern enthalten. Der Fleischverzicht habe also nichts mit Gesundheitsprävention zu tun, sondern könne stattdessen sogar zu Mangelerscheinungen des Körpers führen.

Das Städtische Umweltamt kritisiert in seinem Entwurf für den vegetarischen Donnerstag die Verwendung von Umweltgiften, „wie zum Beispiel Gülle“, in der Landwirtschaft. „Gülle ist kein Umweltgift“, erklärt dagegen Dr. Jochen Thiering vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) e.V. „Vielmehr wird mit Gülle und anderen Wirtschaftsdüngern der Kreislaufgedanke umgesetzt und eine sinnvolle Nährstoffversorgung auf den landwirtschaftlichen Flächen sichergestellt. “ Durch modernste Technik wird eine gezielte Dosierung und bodennahe Ausbringung der Gülle gewährleistet und auf diese Weise die effiziente Anwendung von Düngemitteln sichergestellt. Darüber hinaus erhalten aus Sicht des Umweltreferenten moderne Bearbeitungsmethoden die biologische Aktivität und fördern die Speicherung von CO2 im Boden. Durch die Kombination von Arbeitsgängen in der modernen Landwirtschaft werde außerdem Energie eingespart und dadurch zusätzliche Emissionen reduziert.

Den vom Umweltamt erhobenen Vorwurf, Tiere würden in ihren Ställen beengt und unter unwürdigen Bedingungen gehalten, weisen die Münsteraner Landwirte entschieden zurück. Die Tierhaltung ist in Deutschland mit dem Ziel des Tierschutzes in zahlreichen entsprechenden Verordnungen definiert und wird strikt umgesetzt. Insbesondere die Vorschriften der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung seien für jeden Landwirt unabdingbar. „Tierschutz hat in der heimischen Landwirtschaft einen hohen Stellenwert,“ sagt Kreislandwirtin Susanne Schulze Bockeloh und verweist auf die einschlägigen Vorgaben des deutschen Tierschutzgesetzes. Wer ein Tier halte, müsse es seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.

Darüber hinaus dürfe der Bewegungsdrang nicht so eingeschränkt werden, dass das Tier Schmerzen oder vermeidbare Schäden erleide. Der Landwirt müsse über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

„Alle Verbraucher wollen gute und einwandfreie Nahrungsmittel, die zugleich preiswert sind. Genau dieses breite Spektrum decken unsere landwirtschaftlichen Betriebe ab – und das alles gemäß den immer strengeren Anforderungen des Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutzes,“ benennt Susanne Schulze Bockeloh die umfassenden Herausforderungen an ihren Berufsstand. 

Rund 600 Bauernfamilien betreiben im Kreisverband Münster moderne nachhaltige und klimafreundliche Landwirtschaft unter Einhaltung der Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. „Vor diesem Hintergrund fordern wir Landwirte vom Rat die strikte Ablehnung des Vorschlags zur Einführung eines fleischlosen Donnerstages in Münster“, fasste Susanne Schulze Bockeloh die Forderungen ihres Berufsstandes zusammen.


 

Pressekontakt

Laura Jacobs

Schorlemer Straße 15
48149 Münster
Tel.: 0251/4175-118
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