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18 November 2011 | Kreisverband Recklinghausen
Landwirte im Vest sprechen sich für Optimierung des Antibiotikaeinsatzes aus
Tiergesundheitssysteme sind der Weg in die Zukunft
Recklinghausen <WLV> Der Landwirtschaftliche Kreisverband Recklinghausen begrüßt die jüngsten Initiativen des Bundes und der Länderregierungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu optimieren. Da der Einsatz von Tierarzneimitteln auf Bauernhöfen seit zehn Jahren lückenlos dokumentiert wird, kann bei der Umsetzung von neuen Strategien auf verlässliche Daten aus der Landwirtschaft zurückgegriffen werden. Grundsätzlich sieht der Kreisverband die Minimierung des Antibiotikaeinsatzes und den Aufbau von Tiergesundheitssystemen als geeignete Mittel, die landwirtschaftliche Tierhaltung zeitgemäß weiter zu entwickeln.
Die kürzlich vorgestellten Ergebnisse einer Erhebung zum Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast verweisen auf eine uneinheitliche Praxis in der Geflügelhaltung. Manche Betriebe setzen offensichtlich sehr oft Tierarzneien ein. Ob diese Praxis das Ergebnis der in der Geflügelmast sehr stark ausgeprägten vertikalen Integration ist, muss geprüft werden. Daneben gibt es Geflügelhalter, die ohne Antibiotika auskommen und gleichwohl gesunde Tiere aufziehen. Im Grundsatz muss nach Einschätzung des Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Freidrich Steinmann, daher gelten: „Der Einsatz von Antibiotika sollte minimiert werden, aber zu einer verantwortlichen Tierhaltung gehört in Fällen, wo der betreuende Hoftierarzt dies für erforderlich hält, auch der Einsatz von Antibiotika.“
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV e.V.) weist darauf hin, dass die kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellte Erhebung des Landes NRW keinen linearen Zusammenhang zwischen der Höhe von Antibiotikagaben und der Größe des Betriebes erkennen lässt. Auch große gut geführte Betriebe könnten mit geringem Medikamenteneinsatz gesunde Tiere erzeugen. Die geplante stärkere Dokumentation und Kontrolle der Abgabemengen von Antibiotika an Tierärzte in der Geflügelhaltung sieht der Verband als eine begrüßenswerte Weiterentwicklung der Nachverfolgbarkeit von Medikamenten an.
Nach Auffassung des WLV wie auch des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes ist die Entwicklung von Tiergesundheitssystemen der beste Weg zur Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Auf Initiative des Verbandes hin läuft seit 2010 das Verbundprojekt „Gesunde Tiere – gesunde Lebensmittel“ mit dem Ziel, über eine Stufen übergreifende Vernetzung von Informationen ein Tiergesundheitssystem und ein Marketingkonzept für den Schweinebereich zu entwickeln. Unter Koordinierung des WLV und der Fachhochschule Südwestfalen in Soest beteiligen sich an diesem von der EU und dem Land NRW geförderten Projekt als Partner der Erzeugerring Westfalen, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die IQAgrarservice GmbH, die Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS) sowie die Schlachtunternehmen Westfleisch eG und B & C Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG. Durch die enge Zusammenarbeit von Projektpartnern, Landwirten und Hoftierärzten werden die Tiergesundheit und die Qualität der Schlachtkörper transparenter. Es ist das erklärte Ziel des Projektes, eine Vorreiterrolle für die Tierhaltung insgesamt zu übernehmen.
Pressekontakt
Laura Jacobs
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