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Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

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9 Februar 2012 | Kreisverband Gütersloh

Lehrerfortbildung: Woher kommen Forelle, Karpfen und Co.?

Gütersloh/wlv (Re) Wie werden Süßwasserfische gehalten? Wie werden Forellen vermehrt, gebrütet, aufgezogen und vermarktet? Wie funktioniert die Teichwirtschaft? Diese Fragen standen bei der Lehrerfortbildung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh am Mittwoch, 8. Februar, auf dem Programm. Rund 50 Pädagogen, vorwiegend aus dem Kreis Gütersloh, sowie aus ganz Ostwestfalen, besichtigten den Forellenzuchtbetrieb Hirschquellen von Wolfgang Lindhorst-Emme in Schloß Holte-Stukenbrock. Darüber hinaus diskutierten sie über die globalen Aspekte der Fischwirtschaft wie steigender Fischverzehr, Weltbedarfslage, Überfischung der Meere, Aquakultur sowie Fisch aus nachhaltigem Fischfang.

Zunächst besichtigten die Lehrer den staatlich anerkannten Satzfisch- und Ausbildungsbetrieb. Der Fischzuchtbetrieb Hirschquellen erzeugt sowohl Jungfische für andere Betriebe als auch Forellen für den Endverbrauch. Lindhorst-Emme führte durch die Teichanlagen mit 28 Forellenteichen und zwei Karpfenteichen, das Bruthauses, der Anfütterungsstelle, die Räucher- und Verkaufsräume. Er zeigte den Weg vom Laichen des Fisches bis zur fertigen Forelle auf. „Die Laichzeit der Forellen geht von Oktober bis März“, unterstreicht der Fischzüchter. „Schlachtreif ist der Fisch dann in etwa 15-18 Monaten. Er macht deutlich, dass die wichtigste Voraussetzung für die Fischzucht frisches, einwandfreies Wasser ist. „Wir bekommen unser Wasser aus den örtlichen Hirschquellen, sie liefern unberührtes Tiefenwasser aus der Senne.“

Lindhorst-Emme erklärt weiter, dass ein Ostwestfale der Begründer der künstlichen Besamung bei Forellen gewesen sei. Stephan Ludwig Jacobi, geboren 1711 in Hohenhausen (Kalletal), stellte durch Beobachten der Lebensweise und des Laichverhaltens der Forellen sowie durch Versuche fest, dass es möglich ist, Fischeier künstlich zu befruchten. Sein Name ist in den Fachkreisen der ganzen Welt bekannt.

Wie werden Forellen vermehrt? „Bei den weiblichen Forellen, den sogenannten Rogner, werden die Eier und bei den männlichen Forellen, den Milchnern, die Milch also der Samen, abgestreift“, erzählt der Fischzüchter. Über die Eier wird dann der Samen gegeben. Sobald Wasser hinzukommt, wird der Samen beweglich und die Eier befruchtet. Die Eier kommen dann zum Ausbrüten in Bruttröge. Diese Bruttröge sind lange Holz- oder Plastiktröge, durch die ständig frisches Wasser fließt.

Der zweite Teil der Fortbildung stand unter der Fragestellung „Steigender Fischverzehr, Überfischung der Meere, Aquakultur – welchen Fisch können wir mit Appetit essen?“ Lindhorst-Emme ging auf den weltweiten Fischbedarf und -verbrauch, die Erzeugung und die Preissituation ein und erläuterte Entwicklungen und Tendenzen auf den Märkten. Darüber hinaus berichtete er über die gesundheitlichen Aspekte von Süßwasser- und Salzwasserfisch.

Das Ziel der Veranstaltung formuliert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh Arnold Weßling: „Den Pädagogen Grundkenntnisse vom Ursprung und von der Erzeugung unserer Lebensmitteln zu vermitteln.“ Das Thema Fischzucht sei Wunsch der Lehrerschaft gewesen. „Wir freuen uns, dass es auf so großes Interesse gestoßen ist.“ Für die Pädagogen war der Nachmittag eine spannende Entdeckungsreise in die Fischzucht, so die einhellige Meinung der Lehrkräfte.


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Rita Rehring

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