Landwirtschaft und Klimaschutz – das passt klar zusammen!

20. September 2017

Interessierte Bürger informieren sich bei einer Klimatour in Lüdinghausen

Was hat es eigentlich mit den Klimagasen und der Tierhaltung auf sich? Was leisten Mais und Wald für unser Klima und was haben Biogas und Energiepflanzen mit Klimaschutz und Biodiversität zu tun? Antworten auf diese und weitere Fragen gab es für die etwa 30 interessierten Bürger am vergangenen Mittwoch in Lüdinghausen bei der Klimatour des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld.


Start- und Endpunkt der Tour war der landwirtschaftliche Betrieb von Andrea und Christoph Krückendorf, von dort aus ging es zunächst weiter in ein nahegelegenes Waldstück und an-schließend zu der Biogasanlage der BK Biogas GmbH. „Landwirtschaft und Klima sind zwei Bereiche, die unmittelbar voneinander abhängig sind. Wir freuen uns, dass wir heute im Rahmen dieser Tour allen Interessierten Einblicke in diese Zusammenhänge geben können und die Chance haben zu zeigen, dass wir Landwirte uns auch für den Klimaschutz engagie-ren“, so Michael Uckelmann (Vorsitzender Landwirtschaftlicher Kreisverband Coesfeld).


Eine Möglichkeit, wie sich auch Verbraucher für das Klima einsetzen können, bietet der Hof der Familie Krückendorf. In der hofeigenen Milchtankstelle können Verbraucher seit Mitte 2016 nicht nur Milch, sondern beispielsweise auch Kartoffeln, Eier, Honig oder Kürbisse kau-fen. Denn je regionaler und saisonaler Lebensmittel eingekauft werden, desto klimafreundli-cher ist auch deren Transportweg. Während eines Betriebsrundganges erläuterte Andreas Krückendorf, wie seine 65 Milchkühe und deren männliche und weibliche Nachzucht gehalten werden. Anschließend gaben Marit Große Brinkhaus und Simon Ickerott von der Land-wirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Coesfeld, Einblicke in die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft und deren Minderungspotentiale. Methan entstehe in der Landwirtschaft hauptsächlich bei der Widerkäuerverdauung, wohingegen ein Großteil landwirtschaftlicher Ammoniakemissionen auf die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern zurückzuführen sei. Die Landwirte steuern sowohl über die Laufflächengestaltung und Fütterung in der Tierhaltung als auch über emissionsarme und am Pflanzenbedarf orientierte Düngung dagegen. Erfolge habe man seit 1990 schon erzielen können: „Beispielsweise reduzierte sich der Methanausstoß bis 2014 bereits um 30%“ so die Experten von der Landwirtschaftskammer.


Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass große Anteile der Klimagase auch durch die Landwirtschaft gebunden werden. „Neben unseren Kulturpflanzen wie dem Mais ist der Wald einer der größten und nachhaltigsten CO2-Senken in Deutschland und entlastet die Atmo-sphäre jährlich um mehr als 50 Mio. Tonnen Kohlendioxid“ erläutert Klaus Dominik, Vorsit-zender der Waldbauerngruppe Münsterland an einem Waldstück in Lüdinghausen.


Auf Gut Forstmannshof steht eine der 35 Biogasanlagen im Kreis Coesfeld. „Unsere Anlage beliefert insgesamt zwei Blockheizkraftwerke mit Gas. Davon steht eines am Gut Forst-mannshof, ein weiteres am St. Marien-Hospital in Lüdinghausen. Die erzeugte Wärme wird dort zur Warmwassererzeugung sowie zur Raumheizung genutzt, der entstandene Strom wird in das Stromnetz eingespeist.“ erklärt Burkhard Kleffmann den Gästen, nachdem er zunächst die Funktionsweise der Biogasanlage erläutert hatte.


Abschließend erklärte Christiane Baum von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, wie der Anbau von Energiepflanzen und gleichzeitig der Erhalt der Artenvielfalt gelingen kann. Im Rahmen des Projektes „Energiepflanzenanbau und Biodiversität“ werden verschiedene öko-logische Maßnahmen umgesetzt, die in den Anbau von Energiepflanzen integrierbar, aus Biodiversitätsgründen wertvoll und aus landwirtschaftlicher Sicht zweckmäßig sind. „Mit Maßnahmen wie dem Anbau von Stangenbohnen-Mais-Gemengen, Sommergetreidege-mengen oder blütenreichen Wildpflanzen fördern wir eine Vielzahl von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig können sie allesamt zur Biogasproduktion genutzt werden.“, erzählt die Projektleiterin und beendet mit ihrem Vortrag die Klimatour in Lüdinghausen.

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