Erntedankstimmung im Kreishaus

27. September 2017

Vertreter der Landwirtschaft stellen zwei Wochen lang Ernterad im Kreishaus aus

Lange Trockenphasen im Herbst, starke Schauerperioden im Frühjahr und Sommer und zuletzt Sturmtief Sebastian - das aktuelle Anbaujahr hat wieder gezeigt, wie abhängig die Landwirtschaft von der Natur ist. Trotzdem können die Landwirte mit der Ernte bisher noch insgesamt zufrieden sein und auch die Stimmung in der Viehwirtschaft steigt nach Jahren schlechter Betriebsergebnisse wieder. Zu dieser Bilanz kamen am Samstag Vertreter der Landwirtschaft auf dem Hof der Familie Selting beim traditionellen Erntedankgespräch des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld. Erstmalig wurde in diesem Jahr der Landrat Dr. Schulze Pellengahr bereits zum Binden des Ernterades eingeladen.

Nach wirtschaftlich katastrophalen Jahren, vor allem in der Milchvieh- und Sauenhaltung, erholen sich die Erzeugerpreise für Milch aktuell wieder, so dass sich die Stimmung der Landwirte langsam wieder aufhellt. „Dieser Anstieg ist jedoch dringend notwendig, um die entstandenen Einbußen nur ansatzweise wieder aufzufangen.“, erläuterte Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld, am Samstag. Auch Marianne Lammers (Geschäftsführerin der Kreisstellen Coesfeld und Recklinghausen der Landwirtschaftskam-mer NRW) zeigt sich vor dem Hintergrund herausfordernder Wetterverhältnissen mit den bisherigen, durchschnittlichen Ernteergebnissen zufrieden: „Wenngleich die Erträge in diesem Jahr aufgrund der Trockenphasen insbesondere von der Bodengüte abhingen. Jeder einzelne Bodenpunkt hat sich im Ertrag widergespiegelt.“ Positiv hebt sie zudem hervor, dass ein großer Anteil der Flächen im Kreis Coesfeld der Wasserkooperation angehören und hier schon viel bewegt worden sei. Diesen Eindruck bestärkte auch Dr. Schulze Pellengahr. Wichtig sei ihm daher, die Kooperation weiter zu vertiefen und weiterhin geeignete Maßnahmen zum Schutz des Gewässers zu ergreifen. Ein Nachlassen oder Zurücklehnen sei hier nicht angezeigt, auch wenn die Zusammenarbeit im Rahmen der Wasserkooperation bereits viel bewegt habe. Lammers ergänzt weiter: „Die Nitratwerte der Hausbrunnen liegen weit unter den Grenzwerten mit sinkender Tendenz, die Grundwasserwerte der Wasserversorger in der Regel sogar unter 5 mg/Liter. „Die Nitratdiskussion wird zu oft auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen, dabei sind sie doch Teil der Lösung.“


Einigkeit bestand bei den Vertretern der Landwirtschaft sowie dem Landrat auch über die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit und eines guten Austausches zwischen dem Kreis Coesfeld und den Landwirten. „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der neuen Düngeverordnung, sind zukünftig unbürokratische, vereinfachte Genehmigungsverfahren notwendig.“, richtet Michael Uckelmann seinen Appell an den Landrat.

Das Engagement für ihre Mitglieder und die Öffentlichkeitsarbeit nahm für die Landfrauen und Landwirte im Kreis Coesfeld im vergangenen Jahr wieder einen besonderen Stellenwert ein. So konnten die Coesfelder Bürger beispielsweise auf einer Länge von über 150 km von den Landwirten ausgebrachte Blütenpracht am Wegesrand bewundern. „Das kam nicht nur im Kreis Coesfeld sehr gut an. Auch darüber hinaus haben wir viele positive Rückmeldungen und Anfragen erhalten.“, so Tobias Großerichter (Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit) und erläutert weiter: „Die Öffentlichkeitsarbeit ist so wichtig, weil viele Verbraucher vom landwirtschaftlichen Geschehen immer weiter weg sind.“ Aufklärung steht auch im Mittelpunkt der Aktion „Pumps@Bauernhof“ der Landfrauen im Kreis Coesfeld. „Viele unserer Mitglieder haben keinen landwirtschaftlichen Hintergrund mehr. Bei diesen Betriebsbesichtigungen wollen wir zeigen, was die Bäuerinnen leisten und wie vielfältig deren Aufgaben und Verantwortungsbereiche in den Betrieben heutzutage sind. Dabei entstehen immer wieder tolle Verbraucher-Erzeuger-Dialoge.“, erläutert Annegret Langehaneberg vom Kreislandfrauenverband Coesfeld.

In Dankbarkeit für die Ernte und in Verbundenheit mit der Bevölkerung des Kreises Coesfeld wird der Erntekranz traditionell von Vertretern der Landwirtschaft stellvertretend an den Landrat überreicht. Seit Mittwoch ist er nun, zusammen mit einigen Zahlen und Fakten zur Struktur der Landwirtschaft im Kreis Coesfeld, im Kreishaus ausgestellt.

 

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …