Afrikanische Schweinepest wird zur Gefahr

19. Juli 2017

Landwirte im Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen bitten Reisende um Vorsicht

Ennepe-Ruhr-Kreis /Hagen (wlv). Kurz vor Ferienbeginn hat sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Osten Europas ausgebreitet. Die Tschechische Republik meldete am 27. Juni 2017 erste Fälle von ASP bei Wildschweinen. Damit hat sich die Erkrankung rund 400 Kilometer nach Westen ausgebreitet und ist so nur noch ca. 300 Kilometer von Deutschland entfernt. „Diese Ausbreitung macht uns Bauern im Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen große Sorgen“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen Dirk Kalthaus.

Besonders zum jetzigen Zeitpunkt, dem Beginn der Sommerferien bestehe eine hohe Gefahr der Einschleppung. „Wir bitten daher alle Urlaubsreisenden um erhöhte Vorsicht“, sagt Kalthaus. So sollten Nahrungsmittel  aus gefährdeten Regionen nicht mitgebracht werden. Auch dürften Speisereste auf keinen Fall in der Natur oder auch nur in offenen Mülleimern an Raststätten entsorgt werden. „Wildschweine finden mit ihren guten Nasen diese Leckereien schnell,  können sich anstecken und somit die ASP in Deutschland einschleppen“, so der Landwirtevorsitzende.  Gerade unsere Region mit dem dichten Netz an Autobahnen berge hier eine große Gefahr. Die Infektion führe sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und sei fast immer tödlich. Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit der Wild- und Hausschweinebestände und die knapp 30 Schweinehalter im Kreis Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen bestehe allerdings nicht.

Auch über Schuhe und Kleidung sei eine Infektion möglich, sagt  Kalthaus. Nach dem Urlaub in entsprechenden Regionen, sollten diese Dinge gründlich gereinigt werden, bevor man zur Wanderung in heimatlichen Gefilden aufbreche.

Neben Tschechien breitet sich die Afrikanische Schweinepest in den Wildschweinbeständen auch in Polen, dem Baltikum, Moldavien und der Ukraine immer weiter aus. Auch Hausschweinebestände stecken sich dort verstärkt an. In Europa kommt die Afrikanische Schweinpest auch auf der italienischen Insel Sardinien vor. Zahlreiche Nicht-EU-Länder sind ebenfalls betroffen, wie unter anderem  Weißrussland, die Russische Föderation, die Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbeidschan und verschiedene afrikanische Staaten.



Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest wurde erstmals 1921 in Kenia beschrieben und ist in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Sie ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Allgemeinerkrankung der Haus- und Wildschweine mit seuchenhaftem Verlauf, hoher Krankheitshäufigkeit und hoher Sterblichkeit .Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Seit 2007 kommt es zur Ausbreitung der ASP im Osten Europas.

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Klassische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko.


Presse-Kontakt

Landwirtevorsitzender Dirk Kalthaus macht sich wegen der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest im Osten Europas Sorgen und bittet alle Urlauber um erhöhte Vorsicht.

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