Sommerliche Ernte stockt

01. August 2017

Ennepe-Ruhr-Kreis/Hagen (wlv). „Ein stabiles Hochdruckgebiet“, das wünschen sich die heimischen Landwirte aktuell. Die Getreideernte läuft nur stockend und auch für die Heugewinnung sind einige Tage trockenes Wetter notwendig.

„Das vergangene Wochenende hat die Bauern im Nordkreis zwar erntemäßig etwas weiter gebracht“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen Dirk Kalthaus, im Südkreis sei es aber größtenteils noch zu nass gewesen, um das Getreide mähen zu können. Nachdem die Gerste in der ersten Julihälfte zwar nicht komplett, so aber zum Großteil bei schönem Wetter geerntet werden konnte, setzten gleich zu Beginn der anschließenden Rapsernte die Regenfälle ein und brachten den heimischen Landwirten eine unfreiwillige Zwangspause.

 „Obwohl wir von den schlimmen Unwettern, die in anderen Teilen Deutschlands in den letzten Wochen wüteten, verschont geblieben sind, wurden auch wir langsam nervös“, sagt Kalthaus. Anhaltende Regenfälle hätten ihre Spuren in Weizen, Roggen oder Triticale hinterlassen und auch beim Raps habe man Verluste hinnehmen müssen.

Für die Bauern im Südkreis ist besonders die Grasernte wichtig. „Was die Getreideernte für die Ackerbaubetriebe, ist die Grasernte für die mit einem hohen natürlichen Grünlandanteil ausgestatteten Bauernhöfe unserer Mittelgebirgsregion“, sagt Kalthaus. Sie sei die wichtigste Ernte für Grünlandbetriebe, da sie die Futtersicherung für den nächsten Winter darstelle.  Bei vielen Landwirten sei der dritte Schnitt für die Silage erfreulicherweise  eingebracht.  Die Bauern, die Heu machen wollen, warteten aber aktuell noch auf eine Schönwetterphase. „Im Gegensatz zur Grassialge, bei der wir nur  rund zwei Tage gutes Wetter brauchen, benötigt das Heu drei bis fünf Tage um zu trockenen - und die sind aktuell nicht in Sicht“, sagt Kalthaus.

 

Hintergrund:

Heu oder Grassilage?

          Heu ist getrocknetes Gras. Die Wiesen werden gemäht, gewendet und geschwadet. Je nach Witterung kann man das Heu nach drei bis fünf Tagen in kleine oder große Ballen pressen.  Wer Heu machen will, muss genau abwägen, wann das Gras geschnitten werden soll, denn man benötigt einige Tage sonniges, trockenes Wetter. In regnerischen Jahren ist das oft ein Problem. Heu ist, wenn es trocken gelagert wird, lange haltbar, da der Wassergehalt des Schnittgutes durch Wind und Sonne von ursprünglich 85 Prozent auf etwa 15 Prozent gesenkt wird. Früher war Heu die einzige Möglichkeit das Gras für den Winter haltbar zu machen.

Beim Heu wird das Gras also durch die Trocknung und damit Wasserentzug konserviert.

          Heute wird aus Gras häufig Grassilage gemacht. Nach dem Mähen benötigt das geschnittene Gras nur ein bis zwei Tage, dann ist es nicht wirklich trocken sondern nur angewelkt. Man spricht deshalb manchmal von Anwelksilage. Rund 65 Prozent Wassergehalt weist es noch auf. Dann wird es mit dem Ladewagen oder dem Feldhäcksler aufgenommen und zum Fahrsilo transportiert, wo es aufgeschichtet, verdichtet und mit einer Folie luftdicht abgedeckt wird. Sind die Mengen nicht so groß, wird es häufig in Rundballen oder Vierkantballen gepresst und dann mit einem Wickelgerät in Folie eingewickelt. Unter luftdichtem Abschluss setzt in dem angewelkten Gras eine Milchsäuregärung ein. Milchsäurebakterien, werden aktiv und machen das Gras "sauer" und dadurch lange haltbar. Das ist das gleiche System wie bei der Sauerkrautherstellung.

Silage wird also durch Milchsäuregärung konserviert

 

Presse-Kontakt

"Die Grasernte ist die Winterfuttergrundlage für unsere Tiere", sagt Dirk Kalthaus.

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