Erntedank: Bauern ziehen Bilanz

28. September 2017

Foto von Florian-Pottkamp
Die Aussaat des Wintergetreides steht jetzt für die Bauern in OWL an.

Höxter/wlv (Re) Erntedank heißt es wieder am kommenden Sonntag, einem Tag, um Dank zu sagen und Rückschau zu halten. Die Landwirte blicken in diesem Jahr auf eine durchschnittliche Ernte. „Die Ernteergebnisse weisen eine große Bandbreite auf, je nach Bodenqualität und lokaler Witterung“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann. Wärme im März, Frost im April, Trockenheit im Juni sowie feuchtes Wetter im Sommer: „Das Wetter hat uns wieder einmal gezeigt, dass die Landwirtschaft der Berufszweig ist, der in und mit der Natur arbeitet“, erklärt Tillmann.

Wie sehen die Ernteergebnisse aus? Insgesamt hat die Gerste am stabilsten abgeschnitten. Die Landwirte konnten eine Durchschnittsernte mit zufriedenstellenden Qualitäten einfahren. Der Raps fiel weniger gut aus. Bei Roggen, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Hafer liegen die Ernteergebnisse unter Durchschnitt. Ebenso beim Weizen, hier führte das trockene, heiße Wetter im Juni während der Kornfüllungsphase zu sogenanntem Kümmerkorn. Die Körner sind nur halb so groß. Dann beeinträchtigte der Regen zur Erntezeit die Backeigenschaften des Brotgetreides. „Das Getreide kann vielfach nicht mehr zum Backen, sondern nur noch als Tierfutter verwendet werden“, erklärt der Vorsitzende. Wenig zufriedenstellend sei die Preissituation.

Noch ist nicht alles unter Dach und Fach: Der Mais hat bis zum Sturmtief Sebastian (13.9.2017) sehr gut gestanden. Er hatte gute Wachstumsbedingungen bei einem guten Mix aus Sonne, Wärme und ausreichendem Regen. Die guten Ernteerwartungen wurden dann durch den Sturmschaden dezimiert. Kräftige Windböen hatten vielerorts den Mais abgeknickt. Die Schäden sind regional sehr unterschiedlich. Bei den Zuckerrüben, deren Ernte gerade begonnen hat, sieht es nach guten Erträgen aus. Die Zuckergehalte fallen aktuell noch geringer als im Vorjahr aus. „Die Bauern hoffen hier auf Sonnenschein für eine gute Entwicklung der Zuckerwerte“, so Tillmann.

Blickt man vom Feld in den Stall, so können die Milchbauern aufatmen. Die Auszahlungspreise haben sich inzwischen erholt. Besonders die Nachfrage bei der Butter ist gestiegen. „Butterfett ist wieder in“, sagt der Vorsitzende. Große Sorgen bereitet den Schweinebauern die Afrikanische Schweinepest (ASP). „Das ASP-Virus ist für den Menschen ungefährlich, kann jedoch für unsere Schweinebetriebe verheerende wirtschaftliche Folgen haben“, unterstreicht der Vorsitzende.

Die Stimmung zum Erntedankfest sei von Dankbarkeit geprägt. Die Ernte sei immer noch ein Geschenk. „Für dieses Geschenk sind wir Bauern dankbar“, so Tillmann. „Wir konnten alle Felder ernten und sind von schlimmen Unwettern, Starkregen und Überschwemmungen wie in einigen Teilen auf der Welt verschont geblieben.“ Der Dank verdeutliche zugleich die Verantwortung für die Schöpfung und für den Nächsten.

Übrigens: Am Sonntag, dem 8.10.2017 findet in der Stadthalle Warburg der Erntedankmarkt von 9.30 – 18.00 Uhr statt. Das Motto „Wir pflegen unsere Kulturlandschaft - Die Bauern im Kreis Höxter“. Zahlreiche regionale Direktvermarkter präsentieren wieder ihre Erzeugnisse im Rahmen der Oktoberwoche. Sogar echte Schafe sind zu Gast, sie können bestaunt und gestreichelt werden. Weiter gibt es eine Pflanzaktion für die großen und vor allem kleinen Besucher. Wer Lust hat, kann sich einen kleinen Baumsetzling eintopfen und mit nach Hause nehmen.

von Rita Rehring:
Am Sonntag feiern wir das Erntedankfest. Die Landwirte blicken in diesem Jahr auf eine durchschnittliche Ernte.

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