"Kartoffeln wollen trocken aus der Erde"

27. September 2017

Erntedankpressekonferenz des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Märkischer Kreis in Werdohl-Dösseln

Erntedankpressekonferenz in Dössel, vorn im Bild Christian und Iris Crone, auf dem Kartoffelroder (von links): Kreisverbandsvorsitzender Günter Buttighoffer, Geschäftsführer LudwigKrämer und Kreisverbandsvize Ulrich Brinckmann

„Der dringend benötigte Regen fiel ausgerechnet genau zur Zeit der Getreideernte, als wir ihn überhaupt nicht gebrauchen konnten, und im Frühjahr sehr später Schnee und harter Frost machten zarten Trieben ernsthaft zu schaffen“ – Günter Buttighoffer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Märkischer Kreis und Milchbauer in Wiblingwerde, ist heilfroh, dass die Landwirte dennoch am Ende diesen besonderen Erntejahrs ausreichend Futter in guter bis sehr guter Qualität für ihre Tiere ernten konnten. „Und bei der jetzt gerade angelaufenen Maisernte zeichnet sich ein Rekordjahr ab.“

Beim Erntedankgespräch des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes auf dem Betrieb der Familie Crone in Werdohl-Dösseln zog der Vorsitzende eine zufriedene Bilanz: „Wir können die Bevölkerung auch in diesem Jahr wieder bestens ernähren mit hochwertigen Produkten und sind dankbar, dass wir von so heftigen Naturereignissen wie den Stürmen in den USA verschont geblieben sind, die ja ganze Ernten vernichten.“

 

Buttighoffer erinnert an den Verlauf des Jahres: „Nach dem besonders trockenen Winter ließ das Frühjahr mit Dauerfrost ab Januar auf sich warten, darauf folgte der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Schnee im April mit anschließendem Frost vernichtete bei den Obst- und Weinbauern in den benachbarten Anbaugebieten – die wichtigen Blüten. Der Hitzewelle im Mai mit über 30 Grad und Unwetter folgte kein stabiles Sommerwetter, der Rekordregen ausgerechnet zur Getreideernte ließ so manches Korn vor der Ernte schon wieder keimen. Die Ernte im Einzelnen:

Grassilage

„Gute Nachrichten von der Grasernte: „Wir konnten in diesem Jahr sehr junges Gras mähen, das energiemäßig im oberen Bereich liegt, die ersten Futteranalysen belegen das auch. Und die Erträge waren höher, als man augenscheinlich angenommen hatte. Leider hat die Silierqualität durch die Wildschweinschäden gelitten: die umgedrehte Grasnarbe verunreinigte die Grasernte mancherorts. Auch der zweite und dritte Schnitt gelang nicht überall gleich gut, inzwischen hoffen wir aber bei anhaltend trockenerem Wetter auf die restlichen Grasschnitte.

Heu

Bei der Heuernte war im ganzen Kreisgebiet der erste Schnitt sehr gut, bei der zweiten nicht ganz so gut, dort fehlte der bedeutende 4. Sonnentag zum Trocknen des Grases.

Mais

Die jetzt anlaufende Maisernte verspricht ein absolutes Spitzen-Maisjahr, tolle Kolben und guter Massenertrag zeichnen sich ab. Leider ist bei dem Sturm im September nicht jeder Maisschlag verschont geblieben, manche Schläge sind aber auch nur teilweise heruntergedrückt worden, so dass eine Ernte noch möglich sein wird.“

Getreide

Stellvertreter Ulrich Brinckmann aus Iserlohn ist als Schweinemäster großer Getreideanbauer: „Die Gerste haben wir gut reingekriegt, ab dem 10. Juli haben wir acht Tage lang gedroschen. Dann wurde es so unbeständig, dass es Probleme bei der weiteren Getreideernte gab. Durch den n gleichzeitig abreifenden Raps herrschte großer Zeitdruck, auch bei der Einteilung der Lohnunternehmer.“ Er selbst war aber am 11. August fertig mit der Ernte.

Kartoffeln

Nachdem es bei Gemüse, Kartoffeln und Mais durch den nassen September Erntebehinderungen gab, hoffen die Landwirte jetzt, dass das Hochdruckwetter noch eine Weile erhalten bleibt. In Dösseln beginnt die Kartoffelernte, Christian Crone : „Bisher sieht die Entwicklung der Kartoffeln gut aus, sowohl Ertrag als auch Qualität machen einen guten Eindruck. Aber Kartoffeln kann man nicht bei Regen roden, die Knollen und der Boden nähmen Schaden.  Kartoffeln wollen trocken aus der Erde!“

Betrieb Crone in Dösseln

Aus dem Familienbetrieb Crone in Dösseln werden sämtliche Erzeugnisse im eigenen Hofladen verkauft. Die Direktvermarkter profitieren vom Standort am Höhenweg von Lüdenscheid nach Werdohl. Neben den beiden Städten Lüdenscheid (70.000 Einwohner) und Werdohl (19.000) wird diese Straße von ca. 10.000 Pendlern täglich von der Autobahn 45 in Richtung Neuenrade befahren. Neben dem Kartoffelanbau halten Crones noch 200 Hühner und mästen jährlich 250 Gänse und 100 Puten. Das Anlegen von Lerchenfenstern und Blühstreifen zur Förderung der Artenvielfalt gehört für Familie Crone genauso selbstverständlich zur Öffentlichkeitsarbeit wie das Kartoffelpflanzen und –roden mit Schulkindern. Und: Seit 22 Jahren wird ein Apfelfest veranstaltet, in diesem Jahr am 15. Oktober. Dieses wird alljährlich von deutlich mehr als 5.000 Interessierten besucht.

Presse-Kontakt

Obwohl es noch eigentlich zu nass ist, fährt Senior Friedrich-Wilhelm Crone beim Pressetermin mit dem Roder aufs Feld - erstaunlicherweise war es trotz des vielen Regens der letzten Tage doch noch möglich.

Christian Crone zeigt schwarze und rote Kartoffeln: "Die sind als Farbtupfer in Bratkartoffel-Pfannen sehr willkommen!" Familie Crone baut Kartoffeln der Sorten belana, Granola und Marabel zum Verkauf an und zur Anschauung kleine Mengen von 40 weiteren Kartoffelsorten.

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