Wolfs-Mahnfeuer brannte diesmal in
Stemwede-Drohne

Schmedt: „Wir Weidetierhalter haben Angst um unsere Tiere“

18. September 2017

Ein symbolisches Feuer entzündeten Landwirte ein weiteres Mal am Freitag-Abend, um auf die Gefahr durch den Wolf aufmerksam zu machen. Von links nach rechts: Jürgen Göttke-Krogmann, Wilhelm Brüggemeier, Georg Menke (First class Galloways Machandelhof) und Joachim Schmedt

Minden-Lübbecke /wlv (Re): Ein symbolisches Feuer entzündeten Landwirte ein weiteres Mal im Gemeindeverband Stemwede am Freitag-Abend, um auf die Gefahr durch den Wolf aufmerksam zu machen. Das Mahnfeuer brannte diesmal in Stemwede-Drohne und zwar auf einer Freifläche in Drohne-Biewinkel. Den Standort hatten die Organisatoren so gewählt, dass das Mahnfeuer von der Hauptstraße und auch von der Bundesbahnstrecke gut sichtbar war. „Wir Weidetierhalter haben Angst um unsere Tiere“, so der Gemeindeverbandsvorsitzender Joachim Schmedt am Abend, an dem etwa 80 Berufskollegen gekommen waren. Die Wiederansiedlung des Wolfes sei eine große Gefahr für Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde und Freilandgeflügel. Vor allem für Jungtiere wie Lämmer, Kälber oder Fohlen sowie Geflügel sei das Risiko besonders groß. Am Abend mit dabei waren neben dem Kreisverbandsvorsitzenden Hermann Seeker und Kreislandwirt Rainer Meyer, der Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) Wilhelm Brüggemeier und der WLV-Bezirksverbandsvorsitzende Hubertus Beringmeier.

Die örtlichen Bauern beteiligten sich mit dem Mahneuer wieder an den vom Verband der Weidetierhalter in Niedersachsen initiierten „Mahn- und Solidarfeuern“. Sie finden dort inzwischen regelmäßig zur Warnung vor den möglichen Folgen der ungezügelten Ausbreitung des Wolfes statt.

Wolf gefährdet Nutztiere

Die Weidetierhalter wollen den Wolf nicht ausrotten, sondern begrenzen. „Wir wollen einen verantwortlichen Umgang im künftigen Zusammenleben mit dem Wolf“, unterstreicht Schmedt. Wenn heute in den Bundesländern von Wolfsmanagement gesprochen werde, so seien damit bisher keine Modelle oder Vorschläge zur Bestandsregulierung verbunden. „Wenn die Länder bei diesem Kurs bleiben, ist eine Konfliktlage zwangsläufig vorgegeben“, betont weiter Joachim Schmedt. „Wenn der Wolf nach NRW zurückkehrt, müssen wir auch an die Auswirkungen denken, denn auch Weidetiere haben einen Anspruch auf Tierschutz.“ Die Diskussion über den Wolf in unserer Kulturlandschaft müsse offen und wertfrei geführt werden.

Bisher gäbe es zwar noch keine dauerhaft sesshaften Wölfe in NRW. „Aber wir müssen davon ausgehen, dass sich der Wolf auch in NRW ansiedeln wird“, erklärt Schmedt. Deshalb sorgen sich die Weidetierhalter um ihre Tiere. Schafe, Ziegen, Kälber von Rinderherden, Fohlen von Pferden sowie Freilandgeflügel haben auch einen Anspruch auf Tierschutz. Eine nachhaltige Akzeptanz des Wolfes könne nur durch eine stärkere Berücksichtigung der Interessen aller erreicht werden. „Weidetiere in offenen Weidelandschaften wolfssicher zu schützen ist unmöglich“, schildert Schmedt: „Wir brauchen einen praxistauglichen Plan, wie Wolf und Weidetiere gemeinsam existieren können.

Hinweis: Am Donnerstag, dem 28.9.2017, von 20.00 bis 21.00 Uhr veranstaltet der Westdeutsche Rundfunk die Hörfunksendung WDR 5 Stadtgespräch zum Thema Wolf. Das Publikumsgespräch findet in Stemwede-Dielingen im „Raum für Gemeinde“ statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

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