Maisernte: Bauern bitten um Rücksicht im Straßenverkehr

Sturmtief verursacht Ernteerschwernisse

20. September 2017

Foto von Florian Pottkamp
Die Maisernte ist im Gange. Die Bauern bitten um Rücksicht und Verständnis im Straßenverkehr.

Minden-Lübbecke /WLV (Re) Die Maisernte ist im Gange, Maishäcksler sowie Trecker mit Anhängern sind jetzt wieder unterwegs. „Da kann es auf den Straßen, besonders an den Einmündungen der Feldwege, schon mal eng werden, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Hermann Seeker. Gefährlich werde es dann, wenn die Sonne tief stehe, es bereits dunkel oder gar nebelig sei. „Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr“, so Seeker. „Unsere landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind zwar groß, aber nicht so schnell wie die meisten anderen Fahrzeuge auf unseren Straßen.“

Besonders, bei regnerischem Wetter und wenn Straßen durch Ernte- und Transportfahrzeuge verschmutzt seien, müsse man daran denken, dass der Bremsweg deutlich länger sei. „Wir Bauern geben uns zwar große Mühe, die Straßen schnell wieder zu reinigen“, bittet der Vorsitzende um Verständnis. „Durch den Erdanhang an den Reifen lassen sich besonders bei nassem Wetter kurzfristige Verschmutzungen jedoch nicht vermeiden.“ Zudem weist der Vorsitzende darauf hin, dass die Transportgespanne oft mit großvolumiger Bereifung und niedrigem Innendruck ausgestattet sind, „um den Druck auf den Ackerboden zu minimieren und den Boden schonend zu bearbeiten.“ Diese breiten und wuchtigen Reifen hätten auf der Straße dann allerdings eine höhere Geräuschentwicklung zur Folge. Seeker: „Die Abrollgeräusche sind deutlich lauter als bei einem LKW mit vergleichbarer Fahrgeschwindigkeit.“ Mit einer Breitbereifung seien auch Fahrzeugbreiten von drei Metern keine Seltenheit. Hier sei deshalb besondere Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern gefordert.

Mais: Sturmtief verursacht Ernteerschwernisse

„Der Mais hat bis vergangene Woche, bis zum Sturmtief Sebastian (13.9.2017), im wahrsten Sinne gut gestanden“, schildert Seeker. „Dann aber kippte das Sturmtief die guten Aussichten, der Sturm drückte kurzerhand den Mais vieler Orts nieder.“ Die Schäden seien regional sehr unterschiedlich, eher punktuell und meist dort wo die kräftigen Windböen in die Bestände gedrückt hätten. Die abgeknickten Maisbestände müssten nun schnell geerntet werden, um die Qualitäten zu halten. Allerdings sei die Ernte dieser Lagerbestände deutlich schwieriger als unter normalen Bedingungen“, erläutert der Vorsitzende.

Kasten:

Wissenswertes zum Mais
Mais, das etwas andere Getreide

Mais ist ein Getreide und gehört damit zur Familie der Gräser.

Seit wann wird Mais bei uns angebaut?

Obwohl es Mais in Amerika schon seit 3000 bis 5000 Jahren gibt, und mit der Entdeckung Amerikas auch bei uns eingeführt wurde, baut man in unserer Gegend Mais erst seit ungefähr 30 bis 40 Jahren verstärkt an. Seit dieser Zeit gibt es Maissorten, die nicht ganz so viel Sonne brauchen und so mit unserem vergleichsweise etwas raueren Klima klarkommen.

Lufterfrischer
Ein Hektar Mais
- "liefert" den Jahressauerstoffbedarf für 50 bis 60 Menschen.
- "recycelt" den Kohlendioxidausstoß von 60.000 km Autofahrt beziehungsweise vier Pkw-"Durchschnittsfahrern"

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