"Bei Mais zeichnet sich eine Super-Ernte ab"

28. September 2017

Pressekonferenz des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe zum Erntedankfest

Kreisverbandsvorsitzender Josef Geuecke, Stellvertreter Michael Richard, Peter und Julian Quast und Kreisgeschäftsführer Georg Jung (von links) beim Erntedanktermin in Scheiderwald.

 „Der dringend benötigte Regen fiel ausgerechnet genau zur Zeit der Getreideernte, als wir ihn überhaupt nicht gebrauchen konnten, und im Frühjahr sehr später Schnee und harter Frost  machten zarten Trieben ernsthaft zu schaffen“ – Josef Geuecke, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Kreis Olpe, ist heilfroh, dass die Landwirte dennoch am Ende diesen besonderen Erntejahrs ausreichend Futter in guter bis sehr guter Qualität für ihre Tiere ernten konnten. „Und bei der jetzt gerade angelaufenen Maisernte zeichnet sich ein Rekordjahr ab.“

Beim Erntedankgespräch des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes auf dem Betrieb der Familie Quast in Wenden, Scheiderwald, zog auch der stellvertretende Vorsitzende, Michael Richard, Milchbauer aus Petmecke, eine zufriedene Bilanz: „Wir können die Bevölkerung auch in diesem Jahr wieder bestens ernähren mit hochwertigen Produkten und sind dankbar, dass wir von so heftigen Naturereignissen wie den Stürmen in den USA verschont geblieben sind, die ja ganze Ernten vernichten.“

Richard erinnert an den Verlauf des Jahres: „Nach dem besonders trockenen Winter ließ das Frühjahr mit Dauerfrost ab Januar auf sich warten, darauf folgte der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Schnee im April mit anschließendem Frost vernichtete bei den Obst- und Weinbauern in den benachbarten Anbaugebieten – die wichtigen Blüten. Der Hitzewelle im Mai mit über 30 Grad und Unwetter folgte kein stabiles Sommerwetter, der Rekordregen ausgerechnet zur Getreideernte ließ so manches Korn vor der Ernte schon wieder keimen. Die Ernte im Einzelnen:

Grassilage

Unterschiedlich gute Nachrichten von der Grasernte: „Wir konnten in diesem Jahr teilweise sehr junges Gras mähen, das energiemäßig im oberen Bereich liegt, die ersten Futteranalysen belegen das auch. In manchen Ortslagen allerdings war der erste Schnitt ein Reinfall, da fehlt es an der gewünschten Qualität. Leider hat die Silierqualität durch die Wildschweinschäden gelitten: die umgedrehte Grasnarbe verunreinigte die Grasernte mancherorts. Und verunreinigtes Futter ist eine richtige Katastrophe.“

Heu

Bei der Heuernte war im ganzen Kreisgebiet der erste Schnitt sehr gut, bei der zweiten nicht ganz so gut, dort fehlte der bedeutende 4. Sonnentag zum Trocknen des Grases.

Mais

Die jetzt anlaufende Maisernte verspricht ein absolutes Spitzen-Maisjahr, tolle Kolben und guter Massenertrag zeichnen sich ab. Leider ist bei dem Sturm im September nicht jeder Maisschlag verschont geblieben, manche Schläge sind aber auch nur teilweise heruntergedrückt worden, so dass eine Ernte noch möglich sein wird.“

Getreide

Die Gerste konnte im Juli ganz gut geerntet werden, dann aber wurde es so unbeständig, dass es Probleme mit der weiteren Getreideernte gab. Durch den gleichzeitig abreifenden Raps herrschte großer Zeitdruck, auch bei der Einteilung der Lohnunternehmer.

Der Betrieb Quast

Der Familienbetrieb Quast, in diesem Jahr Gastgeber des Erntedank-Termins, stellt sich mit vielen verschiedenen Standbeinen vor: Seniorchef Peter Quast und Hofnachfolger Neffe Julian (derzeit noch Angestellter) haben aus dem ehemals alleinigen Milchbauernhof eine kleine Diversifizierungs-Landschaft gemacht. Die 70 Milchkühe der Zweinutzungsrasse Fleckvieh werden hauptsächlich von Julian gemanagt, ihm obliegt auch die Einteilung und Umsetzung der Erntearbeiten. Onkel Peter Quast hat sich der Pflege der Weihnachtsbaumkulturen verschrieben. Auf 20 bis 23 Hektar werden Nordmanntannen (95%) und Nobilis, Korktanne sowie Blaufichte angebaut. Das unerwünschte Gras unter den Bäumen fressen Shropshire-Schaf ab – dies ist die einzige Schafrasse, die die Bäume nicht anknabbert. Und so kann Familie Quast Bio-Weihnachtsbäume anbieten. Diese werden zu einem großen Teil direkt ab Hof vermarktet – in zahlreichen Vorweihnachts-Veranstaltungen, für die Familie Quast einen Gastronomiebereich aus Räumen, Feuerstellen und Überdachungen angelegt hat und zur Weihnachtszeit Bewirtung für viele Firmen-Feste anbietet. Die übrigen Bäume werden an eigenen Ständen in Städten und teils über den Großhandel vermarktet. Die Schafhaltung umfasst 120 Muttertiere und damit im Frühjahr nahezu doppelt so viele Schafe, die in Herden die Weihnachtsbaumkulturen beleben. Peter Quast beschäftigt sich auch mit Schafzucht und betreibt zudem auf 40 Hektar Fläche Forstwirtschaft.

 

Presse-Kontakt

Die scheuen Schafe der Rasse Shropshire haben die Eigenschaft, nicht an Tannenbäumen zu knabbern - und so pflegt Peter Quast mit diesen Helfern seine Kulturen von Bio-Weihnachtsbäumen.

In der idyllischen Lage der Ortschaft Scheiderwald nahe Wenden im Kreis Olpe lebt Familie Quast von Milchkuhhaltung, Schafzucht und Weihnachtsbaumanbau und der Vermietung diverser Räumlichkeiten für private Feiern inklusive Gastronomie.

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