Berufsstand übt Kritik an Stalleinbrüche

26. Oktober 2017

Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe Hubertus Beringmeier übt Kritik an Stalleinbrüche.

wlv (Re) Der Berufsstand übt Kritik an Stalleinbrüche: Aufnahmen des Tierrechtsvereins „tier-retter.de “ von Höfen, aus Schweineställen in der Region machen derzeit die Runde. „Da stellt sich doch die Frage, will die Tierrechtsorganisation wieder mal die Nutztierhaltung pauschal verurteilen?“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe Hubertus Beringmeier. „Wir sind offen für Kritik und nehmen sie sehr ernst. Doch wir werden die Richtigkeit der Aufnahmen prüfen.“

Das Wohlergehen der gehaltenen Tiere stehe immer an erster Stelle eines jeden Betriebslei-ters. Tote oder verletzte Tiere wolle keiner und seien zudem nicht vermarktungsfähig. Die Gesunderhaltung generell und die Behandlung kranker Tiere im Besonderen liege im per-sönlichen Interesse unserer Tierhalter und stelle auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit dar, um positive Einkommen aus der Haltung von Nutztieren zu erzielen. Der Vorsitzende ist überzeugt: „Die überwiegende Zahl der Bauern handelt vorbildlich.“

Beringmeier gibt zu bedenken: „Wie wir Menschen, so können auch Tiere erkranken. Bilder von kranken Tieren und auch Menschen sind nie schön. Und so wie wir uns ins Bett legen, um gesund zu werden, werden auch kranke Tiere von der Herde getrennt und in eigenen Stallbuchten gehalten, damit sich Tierärzte um die Gesundung kümmern können.“ Bilder von kranken Menschen aus dem Krankenhaus sähen doch auch nicht schön aus. Dieses erklär-ten die Filmaufnahmen nicht, die gerade wieder die Runde machten, auch nicht, dass die Aufnahmen bei kriminellen Stalleinbrüchen entstanden seien.

Transparenz sei wichtig, damit Missstände behoben werden könnten. „Doch es stellt sich die Frage, warum die Akteure den Weg über die Veröffentlichung der Bilder gewählt und nicht gleich den Kontakt zu den Betroffenen gesucht haben, um die Missstände zu beheben?“, be-merkt der Vorsitzende. Die Frage stehe im Raum, ob nicht methodisch Wege beschritten worden seien, um das Geschäftsmodell der Tierrechtsorganisation, die „Einwerbung von Spendengeldern“ zu befördern?

„Verantwortungsvolle Tierhalter engagieren sich bereits seit Jahren. Sie öffnen ihre Höfe für Besucher oder haben Stallkameras, die Bilder ins Internet übertragen“, erklärt Beringmeier. „Keiner braucht in einem Stall einzubrechen, wer fragt, wird auch herein gelassen.“

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