Kurbanfest im Vest: Bauernhöfe als Gastgeber für tausende Muslime

30. August 2017

Muslimische Familien zelebrieren Anfang September das Opferfest

Recklinghausen <WLV> 70 Tage nach der Fastenzeit Ramadan feiern Muslime in jedem Jahr das Kurbanfest. Es ist das höchste islamische Fest und markiert für Landwirt Martin Sißmann aus Waltrop einen Höhepunkt des Jahres. Am 1. und 2. September findet auf seinem Betrieb unweit der Autobahn A2 im südlichen Waltrop wieder das Kurbanfest statt, nun bereits im 34. Jahr. Der Betriebsleiter erwartet rund 1.500 türkische Familien aus dem ganzen Ruhrgebiet auf seinem Hof, um Allah einen Bullen oder ein Rind zu opfern.

„In unserem hofeigenen Schlachthaus werden während des Kurbanfestes von morgens 5.30 bis abends 22.00 Uhr über 100 Tiere von der islamischen Kundschaft nach Halal geschlachtet und noch vor Ort zerlegt“, berichtet Martin Sißmann zum Ablauf des Festes. Die Schlachtung erfolgt unter strenger Aufsicht des Kreisveterinäramtes Recklinghausen. Das Gebet vor der Schlachtung gehört wie das eigenhändige Zerlegen zum islamischen Glauben. Nach dem Zerlegen wird das erste Fleisch auf mehreren Grills vor Ort zubereitet und verzehrt. „Mit der Durchführung des Kurbanfestes leisten wir einen aktiven und wichtigen Beitrag zum Zusammenleben der verschiedenen Kulturen“, freut sich Martin Sißmann.

Bereits 1984 hatte Willi Sißmann, der Vater des Betriebsleiters mit der Schlachtung von drei Bullen für Familien angefangen. Mittleweile ist das Kurbanfest für den Betrieb Sißmann ein wichtiges und nicht  wegzudenkendes Standbein geworden. Der Großteil der rund 200 Bullen pro Jahr wird speziell für das Kurban-Opferfest gemästet. Darüber hinaus werden auf dem Hof 250 Milchkühe und 150 Mastschweine gehalten.

Im Ruhrgebiet gibt es mittlerweile zehn rinder- und schafhaltende Betriebe, die das Kurbanfest durchführen. Unter anderem sind dies im Verbandsgebiet Christian Harks aus Lembeck und Jochen Königshausen aus Bottrop.

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