Herbst - Arbeit auf den Feldern

22. September 2017

Ruhr-Lippe (wlv). Der Herbst ist da und die Arbeit auf den Feldern ist in vollem Gange. Nachdem die Getreideernte im Sommer eingebracht wurde, werden nun die weiteren Früchte geerntet.

So hat die Maisernte in der Region Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) begonnen. Mais wird je nach Verwendungszweck zu unterschiedlichen Zeiten geerntet. Aktuell wird der als Rinderfutter dienende oder in Biogasanlagen eingesetzte Silomais eingebracht. Hierbei werden die ganzen Pflanzen gehäckselt und luftdicht verschlossen. Durch die entstehende Milchsäuregärung wird das Futter - nach dem Prinzip der Sauerkrautherstellung - für den Winter konserviert. Etwas später wird das sogenannte Corn-Cob-Mix (CCM) - zu deutsch Korn-Spindel-Gemisch - geerntet. Hierbei wird nur der energiereichere Kolben genutzt. Ebenfalls zerkleinert und einsiliert wandert es in den Schweinemagen. Reift der Mais noch weiter ab, werden nur noch die Körner verwendet. Zugesetzt hat den Maispflanzen das Sturmtief Sebastian der letzten Woche. „In verschiedenen Regionen Ruhr-Lippes hat der Sturm die Maispflanzen abgeknickt, was Probleme bei der Ernte bereitet und auch teilweise zu Verlusten führt“, sagt Landwirtevorsitzender Hans-Heinrich Wortmann.

Auch die Zuckerrübenernte hat begonnen. „Hier stehen wir ganz am Anfang, so dass wir noch nicht viel zu den Ergebnissen sagen können“, so Wortmann. Die Proberodungen hätten gute Erträge bei jedoch geringeren Zuckergehalten ergeben. So wünschen sich die Bauern einen sonnigen Herbst, damit die Rüben reichlich Photosynthese betreiben und somit Zucker erzeugen können. Dauern wird die Rübenernte noch bis Ende November, der Transport zur Zuckerfabrik bis in den Januar hinein. In diesem Jahr stehe die Rübenkampagne unter ganz neuen Vorzeichen, sagt Wortmann: „Sie ist die erste Ernte unter den Vorgaben der neuen EU-Marktordnung ohne Zuckerquote.“ Mit dem Ende der Quote entfalle auch die Mengenbegrenzung für die Erzeugung von Zucker in der Europäischen Union. Das bedeute auf der einen Seite, dass die Landwirte nicht mehr so stark im Rübenanbau begrenzt seien, auf der anderen Seite aber auch Rübenpreise, die viel stärker schwanken könnten. „Wir hoffen, dass diese wichtige Frucht in unserer Region weiterhin wirtschaftlich bleibt“, so Wortmann.

Die Kartoffelernte ist ebenfalls in vollem Gange. „Hier sieht es durchgehend nach recht guten Erträgen aus“, sagt der Landwirtevorsitzende. Froh sind die Kartoffelbauern, dass nun eine etwas trockenere Wetterperiode einzusetzen scheint, denn das Roden bereitete in der letzten Zeit bei den reichlichen Niederschlägen große Probleme. „Die Erntemaschinen brauchen einen siebfähigen Boden um die Kartoffeln aus der Erde zu holen“, erklärt Wortmann.

Auch im Gemüsebereich ist noch lange nicht alles unter Dach und Fach: Von den verschiedenen Kohlarten bis zu Möhren - die Erntearbeiten dauern noch an.

 Parallel zu den Erntearbeiten laufen schon wieder die Vorbereitungen für die Aussaat des Getreides, das im nächsten Jahr geerntet wird. „Die Gerstenaussaat erfolgt Ende September, hierfür werden aktuell Äcker gepflügt, die Weizenaussaat folgt im Oktober und geht bis in den November hinein“, erklärt Hans-Heinrich Wortmann.

 

 

 Bitte um Vorsicht auf den Straßen

 „Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer nun im Herbst um erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr“, appelliert Landwirtevorsitzender Hans-Heinrich Wortmann. Erntemaschinen und Transportfahrzeuge seien nun verstärkt unterwegs.  „Unsere landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind groß und nicht so schnell wie die meisten anderen Fahrzeuge. Da kann es auf den Straßen, besonders an den Einmündungen der Feldwege, schon mal eng werden“, sagt er.

Besonders bei regnerischem Wetter und wenn Straßen durch Ernte- und Transportfahrzeuge verschmutzt seien, müsse man daran denken, dass der Bremsweg deutlich länger sei. „Wir Bauern geben uns zwar große Mühe, die Straßen schnell wieder zu reinigen“, bittet der Vorsitzende um Verständnis. Durch den Erdanhang an den Reifen ließen sich besonders bei nassem Wetter kurzfristige Verschmutzungen jedoch nicht immer vermeiden.

 

Presse-Kontakt

Die Rübenernte hat begonnen; die Erntemaschinen sind groß und auf der Straße langsam.

"Die Kartoffelernte ist gut, nun brauchen wir trockenes Wetter zum Roden", sagt Landwirtevorsitzender Hans-Heinrich Wortmann.

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