Erfahrungsbericht zum EEG 2017 veröffentlicht

14. August 2018

Nach § 97 EEG 2017 hat die Bundesregierung das Gesetz bis zum 30.06.2018 und danach alle 4 Jahre zu evaluieren und einen Erfahrungsbericht vorzulegen. Der nun vorgelegte Erfahrungsbericht beschreibt den Stand der Entwicklung erneuerbarer Energien im Stromsektor. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch stieg im Jahr 2017 auf 36,2 Prozent. Die erzeugte Strommenge aus erneuerbaren Energien lag 2017 bei 218 Terrawattstunden (TWh). 40 TWh wurden über Photovoltaik, 89 TWh aus Wind an Land und 32,5 TWh aus Biogas erzeugt.
Der Zubau neuer Anlagen fiel 2017 im Biomassebereich am geringsten aus. Hier wurden nur 28 MW an neuen Anlagenkapazitäten zugebaut. Der Leistungszubau bei Windenergieanlagen an Land lag bei über 5 GW. Dies liegt noch an der Förderung nach dem EEG 2014 für bis Ende 2016 genehmigte Anlagen. Ab 2019 haben Windenergieanlagen mit einer Leistung von mehr als 750 kW nur dann einen Förderanspruch, wenn sie im Rahmen der Ausschreibung den Zuschlag erhalten haben. Hier wird ein deutlicher Einbruch erwartet.
Die geringe Beteiligung bei der Ausschreibung für Biomasseanlagen im Umfang von 28 MW im Jahr 2017 hängt nach Einschätzung des Erfahrungsberichts wesentlich damit zusammen, dass für die Mehrheit der Bestandsanlagen das Ende der bisherigen EEG-Förderung noch einige Jahre entfernt ist und die bestehende Festvergütung attraktiver ist als der geltende Höchstwert in der Ausschreibung. Offensichtlich wird hier in den nächsten Jahren eine deutliche Steigerung erwartet. Die Rolle von Bio-masseanlagen wird in der flexiblen Stromerzeugung gesehen. 2017 waren 3.950 Betreiber bei der Bundesnetzagentur für den Bezug der Flexibilitätsprämie mit einer Leistung von 2,8 GW angemeldet. Dies macht einen Anteil von 60 % der gesamten installierten KWK-Anlagenleistung aus.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Erfahrungsbericht, der unter https://www.clearingstelle-eeg-kwkg.de/eeg2017/erfahrungsbericht heruntergeladen werden kann.
Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Flexibilitätsprämie in der Politik kritisch hinterfragt wird. Die FDP-Fraktion hat eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt (BT-Drs. 19/3450) und dabei betont, dass die betreffenden Biogasanlagen auch tatsächlich flexibel betrieben werden müssen. Es wird ausdrücklich das Missbrauchspotential angesprochen und die Frage nach einer Verpflichtung zur flexiblen Stromerzeugung gestellt. Eine Antwort der Bundesregierung steht noch aus.

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