WLV-Fachausschuss Öffentlichkeitsarbeit hat getagt

23. Februar 2018

Wie kann man kritische Themen, zum Beispiel „Tierhaltung“ oder „Glyphosat“, in der Öffentlichkeit glaubwürdig kommunizieren? Und: Mit welchen Themen gestaltet der Berufsstand die Hoftage im Frühsommer in Westfalen-Lippe? Diese beiden Schwerpunkte beschäftigten die Teilnehmer des WLV-Fachausschusses für Öffentlichkeitsarbeit am vergangenen Dienstag unter Leitung von Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier in Münster.

Prof. Dr. Matthias Kussin, Professor für Organisationskommunikation an der agrarwissenschaftlichen Fakultät der Hochschule Osnabrück, führte in seinem Vortrag den zunehmend kritischen Umgang vieler Bürger mit der Landwirtschaft auf komplexer werdende Lebenszusammenhänge zurück. Technischer Fortschritt – nicht nur in der Landwirtschaft – werde oft nicht als Verbesserung der Lebensqualität wahrgenommen. Vielmehr stelle er für viele ein unkontrollierbares Risiko dar. 

Zum Beispiel die Glyphosat-Diskussion: Die Komplexität agrarischer Sachverhalte überfordere viele Verbraucher. Das Risiko, durch Reste von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln gefährdet zu sein, werde erheblich höher eingeschätzt als die Gefahr, durch zum Beispiel mangelnde Küchenhygiene krank zu werden, obwohl die Fakten etwas anderes aussagen. Mit einer reinen Sachdiskussion sei hier kein Weiterkommen möglich. Habe sich die Diskussion - wie aktuell beim Thema Glyphosat - „festgefahren“, seien die Erfolgsaussichten für ein Umstimmen der öffentlichen Meinung eher gering. Kussin riet dem Berufsstand, frühzeitiger als bisher Themen zu erkennen, die Krisenthemen werden können. Dann habe man noch eine bessere Chance, kommunikativ gegenzusteuern.

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