Veredlungstag: Neuausrichtung der Tierhaltung braucht verbindliches Ziel und verlässliche Finanzierung

27. September 2019

Landwirte sind in der Tierhaltung offen für Veränderungen und Weiterentwicklungen, erwarten dabei aber Planbarkeit und Verlässlichkeit. Das wurde auf dem DBV-Veredlungstag in Coesfeld mehr als sichtbar. DBV-Vizepräsident Werner Schwarz machte deutlich, dass sich die Landwirte intensiv über Veränderungen Gedanken machen und auch handeln. Die Tierhaltungsdebatte werde jedoch mit unverminderter Schärfe geführt.

So wie Schwarz verwies WLV-Präsident Johannes Röring auf die Notwendigkeit eines Gesellschaftsvertrages. Nur im Zusammenwirken aller politischen Parteien, Tier- und Umweltschutzverbänden, Wissenschaft und den Tierhaltern seien dauerhafte tragfähige Lösungen möglich. Eine verbindliche nationale Nutztierhaltungsstrategie sei Rahmen und Leitlinie für die Entwicklung des zukünftigen Weges der Tierhaltung in Deutschland.

Professor Dr. Folkhard Isermeyer stellte eine staatliche Tierwohlprämie in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Das Konzept löste eine lebhafte und intensive Diskussion aus, da es letztendlich erhebliche staatliche Zahlungen an Tierhalter beinhaltet. Fragen bestehen zur Verlässlichkeit von Ziel und Finanzierung und zur Einbeziehung von Markt und Verbrauchern. Das machten die Fragen von Landwirten mehr als deutlich. Für DBV-Vizepräsident Schwarz erfordert dieser Vorschlag aufgrund seiner Tragweite eine intensive Diskussion im Berufsstand, die nun zeitnah geführt werden muss.

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