Stress schwächt die Immunabwehr von Kälbern

04. Dezember 2018

(top agrar) Eine gute energetische Versorgung und wenig Stressoren verbessern die Immunabwehr des neugeborenen Kalbes. Das erläuterte Prof. Dr. Dirk Werling vom Royal Veterinary College an der University of London:


•    Wenn Kälber energetisch schlecht versorgt werden, unterdrückt das ihre Immunabwehr: Die Abwehrzellen des Immunsystems reagieren schlechter auf Reize und die Fähigkeit des Immunsystems, nach einer Impfung Antikörper zu produzieren, sinkt. Hinzu kommt, dass die Bildung von Antikörpern dem Kalb zusätzliche Energie kostet. Denn durch die Entzündungsreaktion steigt z.B. die Körpertemperatur. Allein ein Anstieg um 1°C führt zu einem um 15 bis 30% höheren Grundbedarf an Energie.


In der Phase der Ausbildung des Immunsystems oder auch nach Impfungen ist daher eine gute Versorgung des Kalbes besonders wichtig.


•    Neben der Energieversorgung hat Stress einen Einfluss darauf, ob das Immunsystem des Kalbes funktioniert. Denn Stress schwächt ebenfalls die Immunabwehr. Nachteilig ist, dass Stressoren wie Umstallen, Enthornen oder der Transport in die Mast häufig zwischen der zweiten und dritten Lebenswoche vorkommen. In dieser Phase hat das Immunsystem des Kalbes ohnehin eine Lücke, da der Schutz durch maternale Antikörper (Kolostrum) langsam nachlässt, aber die körpereigene Immunabwehr erst ab der zweiten Lebenswoche zunimmt.

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