1.000 Bauern demonstrieren in Bad Sassendorf

Über 1.000 Landwirte aus ganz Deutschland haben am Donnerstag (27.09.18) in Bad Sassendorf (Kreis Soest) am Rande der Agrarministerkonferenz (AMK) demonstriert. Dort beraten noch bis Freitag die Agrarministerinnen und –minister von Bund und Ländern über mehrere Dutzend Tagesordnungspunkte, die z.T. seit Jahren heftig umstritten sind.

Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht aus Sicht des WLV die Zukunft der deutschen Schweinehaltung, vor allem die überfällige Klärung der Frage, wie ab dem 1. Januar 2019 die Kastration von Ferkeln flächendeckend und tierschutzgerecht umgesetzt werden kann.

Bilder von der Demo

WLV-Präsident Röring sagte vor den versammelten Bauern:

„Wir werben mit Nachdruck und auf allen Kanälen bei den politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern, bei Parteien und Ministerien, für eine praktikable Lösung in der zentralen Frage der Ferkelkastration. Drei Monate vor Inkrafttreten des Verbots der betäubungslosen Kastration stehen mehrere Tausend deutsche Sauenhalter aufgrund politisch motivierter Blockadehaltungen ohne wirklich funktionierende Lösung da – eine Situation, wie ich Sie in vielen Jahren aktiver Politik so auch noch nicht erlebt habe."

Der Unmut unter den betroffenen Sauenhaltern ist bundesweit seit Wochen hoch, zumal mit dem Verfahren der Lokalanästhesie ein Verfahren zur Verfügung stünde, dass in anderen Ländern der EU wie auch in der deutschen Humanmedizin akzeptiert und seit vielen Jahren erfolgreich angewandt wird, als Betäubungsmethode in der deutschen Ferkelhaltung jedoch blockiert wird. 

In einer Entschließung formulieren die Landwirte aus ganz Deutschland ihr Anliegen.  

Die Ferkelerzeuger in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen fordern:

  • Lokalanästhesie zulassen

    Sauenhalter brauchen eine praxisgerechte Umsetzung des Tierschutzgesetzes und die Zulassung der Lokalanästhesie. In Dänemark und Schweden wird dies bereits erfolgreich praktiziert, ebenso in der Humanmedizin. Deshalb muss diese tierschutzgerechte Lösung auch in Deutschland möglich sein.

  • Tierschutzgesetz ändern, Frist für den Ausstieg verschieben

    Die aktuell zur Verfügung stehenden Methoden zur Umsetzung der betäubungslosen Ferkelkastration sind noch nicht praxistauglich oder haben keine flächendeckende Marktakzeptanz. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, zeitnah tierschutzgerechte und praxiskonforme Lösungen für die Ferkelkastration voranzutreiben.

  • Schweinefleisch aus deutscher Erzeugung kennzeichnen

    Der Lebensmittelhandel, die Gastronomie und das Fleischerhandwerk sind aufgerufen, die Herkunft von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Wurstwaren in den Theken herauszustellen. So können Verbraucherinnen und Verbraucher durch ihre Kaufentscheidung die heimische Schweinehaltung unterstützen.

Die Entschließung im Wortlaut

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