Rund 125 Tierschutzaktivisten der Organisation „Meat the victim“ haben am Montag dieser Woche einen Schweinestall im niederländischen Boxtel besetzt. Erst die Polizei konnte sie nach rund zehn Stunden zum Verlassen des Gebäudes bewegen.

Bauernpräsident Johannes Röring hat diese Tat auf das Schärfste verurteilt: „Hier wurden ganz gezielt Grenzen überschritten um herauszufinden, ob der Staat bereit ist, die Rechte seiner Bürger zu verteidigen. Ich erwarte, dass unsere staatlichen Organe im Falle des Falles bei uns sehr entschlossen handeln und diesem Unwesen ein Ende bereiten. Jedes falsche Verständnis für Nötigungen und Hausfriedensbrüche birgt die Gefahr, dass es zu Formen der Selbstjustiz kommt. Dies kann nicht im Interesse der Gesellschaft sein."

Die in den Niederlanden aktive Bewegung kommt aus den USA, dort wurden diese Besetzungen schon im vergangenen Sommer durchgeführt. Vergleichbare Besetzungen hat es auch in Australien, Kanada, Spanien und England gegeben.
Die rechtliche Einordnung dieser Aktivitäten ist eindeutig: Es handelt sich bei einer Stallbesetzung um Hausfriedensbruch und Nötigung.

Was ist im Fall des Falles zu tun?

  • Ruhe bewahren, keine Selbstjustiz üben
  • Die Besetzer zum Verlassen des Stalles auffordern (von seinem Hausrecht Gebrauch machen)
  • Falls diese dem Platzverweis nicht nachkommen: Polizei anrufen

Falls es so weit kommt, können Sie sich auf die uneingeschränkte Solidarität des Berufsstandes verlassen. Bitte informieren Sie Ihren Kreisverband umgehend. Wir helfen Ihnen sofort, persönlich und vor Ort bei der praktischen, juristischen und medialen Bewältigung der Stallbesetzung.

Auch empfiehlt es sich, Hilfe einzuholen von Nachbarn und der Familie.

Zusätzlich ist zu beachten:

  • Weitere Ställe sichern
  • Verhalten der Täter filmisch dokumentieren
  • Nach der Räumung Ställe und Tiere auf Schäden untersuchen (evtl. Gutachter)
  • Kontrolle des Stalles auf unerwünschte Hinterlassenschaften, z.B. Kameras

Auf keinen Fall empfiehlt es sich, bei allem Verständnis, so wie die niederländischen Berufskollegen selber Gewalt anzuwenden.

Wir sind uns sicher, dass diese Grenz-übertretungen mit Stallbesetzungen keinen Rückhalt in der breiten Bevölkerung haben.

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