5 vor 12! Keine Zukunft ohne Bauern!

10. Oktober 2019

Statement von Bauernpräsident Johannes Röring

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Am kommenden Montag, den 14. Oktober 2019 demonstrieren Bauern aus Westfalen-Lippe zusammen mit Berufskollegen aus dem Rheinland und Rheinland-Pfalz vor dem Sitz des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Bonn. Auslöser ist der massive Ärger über das sogenannte „Agrarpaket“ der Bundesministerinnen für Landwirtschaft (Julia Klöckner, CDU) und Umwelt (Svenja Schulze, SPD).

 Bei einer ursprünglich für den 7. Oktober geplanten Veranstaltung, die jetzt am 14. Oktober stattfindet, wollen die westfälischen Bauern gegenüber den politisch Verantwortlichen ihre Unmut und ihre Sorgen zum Ausdruck bringen. Der WLV tritt als Mitveranstalter der Kundgebung auf. BMEL-Staatsekretär Dr. Aeikens hat sein Kommen zugesagt und wird sich den Forderungen der Kundgebungsteilnehmer stellen, anschließend werden die Präsidenten der o.g. Bauernverbände mit einer kleinen Delegation mit dem Staatssekretär diskutieren.

Insbesondere die Pläne zur Einschränkung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, obwohl noch nicht konkret gefasst, haben bei vielen Bäuerinnen und Bauern „das Fass überlaufen lassen“. Sie haben den Eindruck, dass der Landwirtschaft in unverhältnismäßiger Art und Weise immer mehr Ordnungsrecht aufgebürdet wird und in der Gesellschaft ein Bild der Branche vermittelt wird, für das sich der Begriff des „Bauern-bashing“ eingebürgert hat.

Um gegen diese Entwicklung ein Zeichen der stillen Mahnung zu setzen, hat sich unter den Agrarbloggern vor kurzem eine Gruppe gebildet, die sich selbst als „Graswurzeler“ bezeichnet und die dazu aufgerufen hat, durch das Setzen von „grünen Kreuzen“ auf heimischen Äckern auf die Nöte der Bauernfamilien hinzuweisen.

Parallel zu diesen Entwicklungen hat sich in den vergangenen Tagen – auch unter dem Eindruck der Bilder des massiven Bauernprotests vom 1. Oktober in den Niederlanden – deutschlandweit eine Facebook-Gruppe „Land schafft Verbindung“ gebildet. Diese Netzbewegung ist aus dem Stehgreif entstanden und will ebenfalls die Sorgen der Landwirte in die Öffentlichkeit tragen. Sie arbeitet über verschiedene dezentral angesiedelte Organisatoren und plant demonstrative Maßnahmen für den 22. Oktober 2019, u.a. eine zentrale Demonstration ebenfalls in Bonn

Die Organisatoren der Facebook-Gruppe „Land schafft Verbindung“ haben in ihren Video- Botschaften von Anfang an klar gemacht, dass sie sich als Basisbewegung verstehen und bei der Planung und Umsetzung ihrer Demonstrationen keine Zusammenarbeit „mit den Verbänden“ wollen, also auch nicht mit dem DBV und seinen Landesbauernverbänden. Als WLV respektieren wir diesen Ansatz und sind - Stand 10. Oktober - auch nicht gebeten worden, die Aktionen am 22. Oktober aktiv zu unterstützen. Sollten wir kurzfristig doch noch um Unterstützung, z.B. bei der Stellung von Bussen, gebeten werden, würden wir uns dieser Bitte aber nicht verschließen.

Dafür kämpfen wir:

• Eine Rückbesinnung auf den kooperativen Natur- und Wasserschutz

• Ein Bau- und Immissionsschutzrecht, das mehr Tierwohl in den Ställen nicht verhindert

• Eine sachgerechte Bewertung für den Pflanzenschutz

• Eine ideologiefreie Klimadiskussion ohne weitere Extensivierung und Abstockung

• Eine Kurskorrektur bei MERCOSUR – für fairen Handel und gleiche Umweltund Sozialstandards

Informationen zur Kundgebung

Die Kundgebung findet statt am 14. Oktober von ca. 11-13.00 Uhr am Sitz des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Bonn, Rochusstraße 18, 53123 Bonn. Alle Berufskollegen aus Westfalen und Lippe sind eingeladen zur Teilnahme.

Für Informationen über gemeinsame Fahrten zur Kundgebung bitten wir,  die Kreisgeschäftsstellen zu kontaktieren.

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