Wir brauchen einen Gesellschaftsvertrag für tragfähige Perspektiven der Bauern

Agrargipfel mit Ministerpräsident Armin Laschet

Der WLV bewertet den Agrargipfel als grundsätzlich positiv und Ausdruck der Wertschätzung für die heimische Landwirtschaft durch die Landesregierung. NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser wurde der Rücken gestärkt für die anstehenden schwierigen Verhandlungen im Bundesrat, z.B. zur Nutztierhaltungsverordnung und zur Novelle der Düngeverordnung.

Präsident Röring begrüßt die maßgeblich auf Forderungen des WLV zurückgehenden aktuellen Anstrengungen der Landesregierung zur Überprüfung des Messstellennetzes und bei der Binnendifferenzierung der als nitratbelastet ausgewiesenen Grundwasserkörper.

Zugleich hat WLV-Präsident Röring seine Forderung erneuert, der Landwirtschaft durch einen umfassenden Gesellschaftsvertrag eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu verschaffen. Durch die Vielzahl z.T. widersprüchlicher Forderungen an die Adresse der Landwirtschaft fehle es an einer klaren Orientierung für investitionswillige Landwirte. Die Politik müsse sich daher über Parteigrenzen und Legislaturperioden hinweg darüber  verständigen, welche Landwirtschaft es in Deutschland künftig geben solle. Die vom NRW-Agrarministerium für das 1. Halbjahr 2020 geplant Landwirtschaftskonferenz und der „Folgegipfel“ bei Ministerpräsident Laschet könnten hierbei wertvolle Hilfe leisten.

Binnendifferenzierung auf gutem Weg

Bereits Ende 2019 haben unter Beteiligung des WLV zwei Workshops im LANUV zur Binnendifferenzierung stattgefunden. Ziel: Möglichst viel Fläche aus den roten Bereichen herauszubekommen, damit verschärfte Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers nur dort greifen, wo es wirklich nötig ist.

Am 8.1.2020 gab es ein Treffen auf Behördenebene (MULNV, LWK und LANUV). LANUV stellte erste Ergebnisse zum chemischen Zustand einschl. Trends der Grundwasserkörper in Bezug auf Nitrat auf Grundlage der aktuellen WRRL-Monitoringergebnisse (2013-2018) vor. Gegenüber dem vorherigen Zeitraum (2007-2012) ist der Anteil der nitratbelasteten Grundwasserkörperflächen um mehr als ein Drittel zurückgegangen.

Durch die Ausweisung „nitratsensibler Flächen“ („Binnendifferenzierung“) auf der Basis der GROWA+ NRW 2021 Ergebnisse werden die Flächen, für die verschärfte Maßnahmen ergriffen werden müssen, zusätzlich deutlich beschränkt. 
In welchem Umfang hängt von der finalen Ausgestaltung der DüV 2020 ab. Verena Kämmerling, WLV

Als Konsequenz aus unserer WLV-Kundgebung im April 2019 in Münster mit über 6.000 Landwirtinnen und Landwirten wurde von der Landesregierung die Überprüfung der Messstellen vorgenommen.

Die massive Kritik des WLV am Entwurf der Düngeverordnung hat weiter Bestand. Diese bezieht sich nicht nur auf die geplanten Vorgaben in den als nitratbelastet ausgewiesenen Gebieten wie insbesondere Reduzierung des Stickstoffdüngebedarfs um 20 % und das Verbot der Herbstdüngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung, sondern umfasst auch die grundsätzlichen Auflagen wie Abstände bei geneigten Flächen zu Gewässern oder zeitnahe Dokumentation von Düngungsmaßnahmen.

Details der Veranstaltung lesen Sie hier.

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