Marktchancen kommen für viele „Kleine“ zu spät

24. September 2013

AgrarForum mit Situationsanalyse der tierischen Veredlung

Bei Milch und den Preisen für Schlachtschweine hat der Markt den Landwirten im Kreis Borken zuletzt eine spürbare Entlastung verschafft. Dies sollten Tierhalter nutzen, um Reserven für schlechtere Zeiten zu bilden oder zurückgestellte Investitionen in die Betriebssubstanz zu tätigen. So lautete der Rat der beiden Fachreferenten bei der Veranstaltung des AgrarForum Westmünsterland in der vergangenen Woche in Stadtlohn.

Rund 70 Besucher in der Gaststätte „Zum Breul“ verfolgten die Situationsanalyse zur Milch- und Fleischwirtschaft von zwei Marktexperten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) aus Bonn. Andreas Gorn (Bereich Milch) und Dr. Tim Koch (Rinder- und Schweinefleisch) zeigten in ihren Vorträgen Zusammenhänge von Rohstoff-, Produkt- und Verbrauchermärkten auf und werteten dies unter Berücksichtigung regionaler, nationaler und internationaler Effekte. In diesem Zusammenhang verdeutlichte Dr. Koch, dass viele Betriebe von dieser Marktkonsolidierung nicht mehr profitieren konnten. Mit Blick auf die ersten Zahlen aus der neuen Viehzählung im Mai diesen Jahres sei festzustellen, dass der Strukturwandel in der Schweinehaltung sich in den letzten Monaten beschleunigt habe. Deutschlandweit ist demnach die Zahl der gehaltenen Schweine um 1,6 Prozent, die Zahl der Betriebe sogar um 7,3 Prozent zurückgegangen. Insbesondere bei den sauenhaltenden Betrieben seien im Zuge der Verschärfung der Nutztierhaltungsverordnung mit der obligatorischen Umstellung auf Gruppenhaltung für tragende Sauen Brüche entstanden: „Zur Aufgabe gezwungen waren in diesem Zusammenhang fast nur kleine Betriebe“, verdeutlichte Dr. Koch die Auswirkungen dieser EU-weit umzusetzenden Tierschutz-Richtlinie.

Zuwächse habe die deutsche Veredlungswirtschaft zuletzt vor allem auf den internationalen Märkten verzeichnet, was Kreislandwirt Heinrich Emming zuvorderst auf die hohe Qualität von Milch und Fleisch „Made in Germany“ zurückführte: „Wir müssen auch in Zukunft unter Beweis stellen, dass wir gut sind. Hierfür bietet die Initiative Tierwohl mit den dort erhöhten aber im Gegenzug auch besser vergüteten Standards eine große Chance.“

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