So war die Ernte im Kreis Borken

08. Oktober 2013

Kammer und Verband ziehen durchwachsene Bilanz für Erträge und Marktpreise

Eine durchwachsen positive Ernte mit erfreulichen Ausschlägen nach oben bei Weizen, Triticale und Roggen: Mit diesem Kurz-Fazit fasst Kreislandwirt Heinrich Emming die Erträge der diesjährigen Erntesaison für die Landwirte im Kreis Borken zusammen. Der Landwirtschaftliche Kreisverband hatte heute zu seinem Erntepresse-Gespräch auf den Ackerbau- und Putenmastbetrieb Honsel in Bocholt geladen.

Emming stellt dabei heraus, dass trotz aller technischen und züchterischen Fortschritte das Wetter immer noch eine bestimmende Rolle für das Ernteergebnis spielt: „Nach dem langen und kalten Winter konnten wir die gute Getreideernte nicht mehr unbedingt erwarten. Aber dank eines regenreichen Frühjahrs und eines weitgehend trockenen und warmen Sommers konnten unsere Betriebe in der Regel eine gute Ernte einfahren“ (Einzelergebnisse siehe unten).

Auch die Tierhalter seien im Großen und Ganzen mit den Ergebnissen des vergangen Jahres zufrieden, resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Ludger Schulze Beiering: „Bei denSchlachtschweinen sind die Marktpreise nach einem kurzen Zwischenhoch im Sommer wieder deutlich gesunken. Während die Preise für Nutzkälber gänzlich im Keller sind, passt der aktuelle Milchpreis von 38 Cent gut in die Landschaft.“

Die Erträge im Einzelnen:

Winter- und Sommergetreide:
Mit leichten Abzügen bei der Gerste haben sowohl Winter- wie Sommergetreidearten in diesem Jahr im Kreis Borken Spitzenerträge gebracht. Selbst auf leichten Böden haben Weizen, Roggen und Triticale gute Erträge und Qualitäten gezeigt. Förderlich waren das lange und kühle Frühjahr und der sonnenreiche Sommer mit Starkniederschlägen im Juni.

Getreidestroh:
Landwirte habenin der Regeletwas geringere Strohmengen bergen können als im letzten diesbezüglich sehr guten Jahr. Erträge und Qualitäten waren insgesamt zufriedenstellend.

Mais:
Die Maissernte ist in vollem Gange und erbringt je nach Standort und Wasserversorgung stark schwankende, insgesamt aber durchschnittliche Erträge.
Das Sturm-Unwetter am 6. September hat aber auch in den Mais-Beständen des Kreises deutliche Spuren hinterlassen von Rhede und Bocholt über das westliche Borken, Stadtlohn, Vreden, Alstätte bis hin nach Heek. Während die Bestände an einigen Stellen vorzeitig gehäckselt werden mussten, haben sich die Bestände an anderen Stellen noch erstaunlich gut gemacht.

Zuckerrübe:
Die Zuckerrüben-Kampagne ist in vollem Gange. Erste Ergebnisse zeigen durchschnittliche Erträge von 70 Tonnen pro Hektar (to/ ha) bei 16,7 % Zucker. Das ist weniger als in den Spitzenjahren 2011 und 2012, aber mit den Ergebnissen von 2010 vergleichbar. Bis zum Ende der Saison werden noch ca. 2-3 to/ ha dazukommen.

Kartoffeln:
Gut durchschnittliche Erträge. Betriebe ohne Beregnungstechnik erzielten in der Regel 25 Prozent weniger Ertrag. Allerdings arbeiten im Kreis Borken rund 70 Prozent der Kartoffelanbauer mit Beregnung. Durch die Bank fehlten aber in der Ernte die Übergrößen, die speziell für die Pommes-Industrie wichtig sind.

Gras:
Für den Graswuchs war das Frühjahr zu kühl und der Sommer zu trocken. Im Vergleich zu anderen Jahren hat daher in der Summe ein Grünlandschnitt gefehlt.

 (Erträge nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Borken)

 

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