Ackerbau hat 2016 wenig Spaß gemacht

06. Oktober 2016

Ernüchternde Erntebilanz der Landwirte im Kreis Borken

Die Maisernte im Kreis Borken nähert sich wie hier in Gescher dem Ende. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Die Bauernfamilien im Kreis Borken blicken mit Ernüchterung zurück auf die diesjährige Getreide- und Rapsernte. Auch die noch laufende Mais-Kampagne bringt an den meisten Stellen enttäuschende Ergebnisse. Nach einer Vegetationsperiode, die von schwierigen Witterungsverhältnissen geprägt war, muss die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer als berichterstattende Institution in der Summe unterdurchschnittliche Zahlen vermelden mit allerdings großen Bandbreiten. Demnach haben die Wetterextreme 2016 zu enorm großen Ertrags- und Qualitätsunterschieden über alle Regionen, Bodenarten und Kulturen hinweg geführt.

Überblick: Erträge der einzelnen Ackerkulturen

  • Gerste: Enttäuschende Erträge und Qualitäten, insbesondere im Bereich Mussum/ Isselburg und Stadtlohn/ Gemen mit Totalausfällen. Aufgrund schlechter Qualitäten mussten häufig alternative Verwertungsmöglichkeiten (Biogas) genutzt werden.
  • Triticale und Roggen: Etwas moderater, aber ebenfalls enttäuschend. Hohe Auswuchsquote und Krankheitsdruck.
  • Weizen: Durch optimales Kulturenmanagement und effizienten Pflanzenschutz nur leicht unterdurchschnittliche Erträge bei akzeptablen Qualitäten. Die Kontamination mit Fusarien (pflanzenschädigende Schimmelpilze) konnte bis auf Einzelpartien eingedämmt werden.
  • Getreidestroh: Bis Anfang August durchweg schlechte Qualitäten, in den letzten 14 Tagen der Strohbergung bei sonniger werdender Witterung besser.
  • Raps: Sehr enttäuschende Erträge. Im Kreis spielt Raps mit 170 Hektar Anbaufläche allerdings nur eine untergeordnete Rolle, bedingt durch für Raps zu sandige Böden und den in der Region sehr starken Kartoffel- und Spinatanbau.
  • Gras: Insgesamt durchschnittliche Erträge. Erster Schnitt war noch relativ gut, wenn zum passenden Zeitpunkt geerntet werden konnte. Die Zeitfenster für den zweiten und dritten Schnitt waren regenbedingt noch schmaler. Der vierte Schnitt fiel durch die Trockenheit eher unterdurchschnittlich aus.
  • Mais: Enttäuschende Erträge (etwa 20 bis 30 Prozent unter dem langfristigen Mittel). Durchschnittliche Qualitäten. Kleine Kolben. Wiederholte Starkregenfälle hatten eine geringere Wurzelausbildung zur Folge. Daher ging der Mais in der dann folgenden Trockenphase schneller in die Abreife, was nochmal Ertrag gekostet hat. Die Maisernte konnte an den meisten Stellen in den letzten Tagen bereits abgeschlossen werden (damit deutlich früher als in normalen Jahren).
  • Kartoffeln: Unterdurchschnittliche Erträge mit hohen regionalen Unterschieden. Ergebnisse der Frühkartoffeln waren noch gut, die Anschluss-Sorten aber unterdurchschnittlich bis enttäuschend, vor allem bei den immer häufiger angebauten Industriekartoffelsorten (für verarbeitete Ware wie Pommes und Chips). Das Kulturenmanagement war schwierig. Einige Flächen mit Totalausfall zu verzeichnen. Daher wurde trotz Ausweitung der Anbaufläche im Kreis Borken von 1750 auf 1950 Hektar keine Steigerung der Gesamtmenge erreicht.
  • Zuckerrübe: Enttäuschende Erträge, im Schnitt etwa 25 Prozent weniger als im Mittel. Erhöhter Krankheitsdruck durch Starkregen. Die Rübenkampagne läuft noch bis Anfang Anfang des Jahres.

Hier finden Sie die Pressemeldung zur Erntebilanz des WLV-Landesverbandes.

Medienberichte zum Erntebilanz-Pressegespräch

Hier finden Sie zwei Medienberichte zum Erntebilanz-Pressegespräch auf dem Hof Bröker in Heek am 5. Oktober:

Artikel auf der Kreisseite der Borkener Zeitung am 6. Oktober

Beitrag auf Radio WMW am 6. Oktober

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